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Auch ohne Elbbrücke : Amt Neuhaus ist angekommen

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Am 30. Juni vor 20 Jahren erkämpfte sich die Gemeinde Amt Neuhaus den Weg zurück von MV nach Niedersachsen. Ein "souveräner" Schritt nach der politischen Wende in Deutschland.

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erstellt am 01.Jul.2013 | 12:04 Uhr

Tripkau | "Wenn die Menschen es wollen, müssen Politiker Wege auftun und handeln." Der damalige Innenminister Niedersachsens, Gerhard Glogowski, wurde gestern in Tripkau gern zitiert. Am 30. Juni vor 20 Jahren erkämpfte sich die Gemeinde Amt Neuhaus den Weg zurück von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Ein "souveräner" Schritt nach der politischen Wende in Deutschland, sagte Pastor Bernhard Ullrich auf der kleinen CDU-Jubiläumsfeier in der Mehrzweckhalle. "Sie haben ihre Freiheit genutzt." Auch wenn es Stimmen gegeben hätte, die Neuhauser hätten nicht mehr alle Tassen im Schrank - heute seien sie angekommen. Wenngleich damit die Zeit der Geschenke vorbei sei. Die nach der Rückgliederung versprochene Elbbrücke lässt bis heute auf sich warten.

Dennoch: Bürgermeisterin Grit Richter (parteilos) lobte die Solidarität, die alle gerade erst wieder bei der Flut vor wenigen Tagen gezeigt hätten. Sie selbst war gestern zwar nicht Gastgeberin, verwies aber auf das zweite Brückenfest am 3. Oktober, das der Verein "Brücken bauen" und die Gemeinde derzeit vorbereiten. Dann soll auch das Jubiläum gefeiert werden. Der Landkreis verschiebt ebenso, und zwar auf den 25. Tag der Deutschen Wiedervereinigung. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) erschien gestern nicht zur Feier.

An ihn richtete sich mehrfach der Appell: "Machen Sie endlich den Weg frei für den Brückenbau über die Elbe", so etwa Heinrich Hauel, CDU-Ortsverbandsvorsitzender. Schließlich hätten drei Viertel der Wähler im Landkreis dafür gestimmt. Alle Gastredner betonten, wie elementar die Brücke sei. Ob für das Privatleben, den beruflichen Weg, die polizeiliche Betreuung oder andere Helfer. Bei der Flut mussten sie große Umwege nehmen.

Und die Zukunft? Das Amt Neuhaus "steht vor gewaltigen Herausforderungen", sagte Daniela Weidler, Ratsfrau und CDU-Mitglied. Lange Arbeitswege, Struktur- und Wirtschaftsschwäche, ein desolater Haushalt. Das Schlimmste aber sei der demografische Wandel: 1000 Einwohner weniger, die Geburtenrate sinkt, der Altersdurchschnitt steigt. Die Gemeinde habe aber auch eine Menge Ressourcen. Das größte Potenzial seien die Menschen, die es gemeinsam bewältigen könnten.

Auch der damalige Staatssekretär im Innenministerium Niedersachsens, Henning Niederhoff, appellierte daran, zusammen in die Zukunft zu gehen. Er gab den Neuhausern damals eine Stimme. Und er sagt noch heute, dass sie ihre Wünsche weiter "artikulieren" sollten.

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