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17. Dezember 2017 | 08:52 Uhr

Alterung senkt Arbeitslosigkeit

vom

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2010 | 08:57 Uhr

Schwerin | Die Zahl der Arbeitslosen in MV ist im September auf 96 600 und damit auf ein Rekordtief gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 11,2 Prozent, nach 11,6 Prozent im August. In fünf der zwölf Landkreise beträgt die Quote sogar weniger als 10 Prozent - an der Spitze die Ferieninsel Rügen mit 7,6, die damit sogar besser als Hamburg (7,8) dasteht. Grund für den aktuellen Rückgang sei die klassische Herbstbelebung, erklärte der Chef der Landesagentur für Arbeit, Jürgen Goecke, gestern in Schwerin. Auch bundesweit ging die Arbeitslosigkeit weiter zurück - um 157 000 auf 3,031 Millionen Erwerbslose, der niedrigste Stand seit 18 Jahren.

Im Vergleich der Bundesländer lässt der Nordosten Bremen, Sachsen-Anhalt und Berlin hinter sich. "Das habe ich mir nicht träumen lassen, als ich vor sechs Jahren in den Norden kam", sagte Goecke zu den Zahlen. Damals habe es in MV noch 200 000 Erwerbslose gegeben. 2011 dürfte die Zahl im Land weiter und unter die Grenze von 90 000 fallen, so der Direktionschef. Die wirtschaftliche Erholung werde dabei eine Rolle spielen, eine größere jedoch der Wechsel Älterer in die Rente. Im Vergleich dazu rücken viel zu wenig junge Leute in den Arbeitsmarkt nach, es sind die geburtenschwachen Jahrgänge der Nachwendezeit.

Die neuen Chancen der jungen Generation seien in den Köpfen der Eltern noch nicht angekommen. "Wenn die Jugendlichen, die jetzt ihre Ausbildung beginnen, in drei Jahren einen Job suchen, wird es 40 000 Erwerbsfähige weniger geben als heute", so Goecke. Das werde auch die Konditionen für die Arbeitnehmer verbessern, meinte der Chef der Vereinigung der Unternehmensverbände, Lothar Wilken. Er kündigte für Januar einen "Pakt zur Fachkräftesicherung" im Bündnis für Arbeit des Landes an.

Die Gewerkschaften sind unterdessen um die Qualität der Arbeitsplätze besorgt. Seit Jahresbeginn habe etwa die Zeitarbeit um 17 Prozent zugenommen, sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. "Das ist prekäre Beschäftigung, die in der Regel nicht in eine Festanstellung führt." Zudem sei sie schlechter bezahlt.

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