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Parchim/Lübz: Vereinbarung gilt zunächst für ein Jahr

: Alte Arge wird zum neuen Jobcenter

vom

Die Arge Parchim mit ihren Standorten in Lübz und Sternberg heißt seit dem 1. Januar offiziell Jobcenter Landkreis Parchim.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2011 | 10:09 Uhr

Helmut Westkamp, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Schwerin, und Andreas Neumann, 2. Stellvertreter des Landrates Parchim, unterzeichneten gestern einen entsprechenden Vertrag.

Hintergrund dieser Umwandlung ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2007, nachdem die bestehende Konstruktion der Arbeitsgemeinschaften (Argen) für verfassungswidrig erklärt worden war. Durch eine Grundgesetzänderung wurde nunmehr die Zusammenarbeit von Bund und Kommunen bei der Grundsicherung von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern als zulässige Form der Verwaltungsorganisation gesetzlich festgeschrieben.

Im Vorfeld der gestrigen Vertragsunterzeichnung hatte der Kreistag und damit nicht zuletzt der Landkreis Parchim die Wahl, sich letzten Endes jedoch gegen das alternative Optionsmodell (Kommune selbst erfüllt die SGB II Aufgaben) entschieden. "Uns freut es sehr", so Helmut Westkamp gestern vor der Presse, "dass der Landkreis Parchim und die Arbeitsagentur Schwerin auch weiter eng zusammenarbeiten werden."

Der neue Vertrag ist zunächst auf fünf Jahre festgeschrieben und regelt, dass sowohl der größte Teil der Mitarbeiter bleiben als auch die seit 2005 in der Arge aufgebauten Strukturen weitergeführt werden. Eingebaut ist eine Zäsur, die die neue Regelung zunächst auf ein Jahr begrenzt. Hintergrund hierfür wiederum sind ins Haus stehende Termine im laufenden Kalenderjahr, allen voran die bevorstehende Kreisgebietreform. So sie denn kommt und die Landkreise Parchim und Ludwigslust zusammengehen, müsse es eine neue Entscheidung geben, sagte Westkamp und fügte hinzu: "Wir sind zuversichtlich, aus zwei Jobcentern dann eines zu machen."

Wie die Arge hat auch das Jobcenter einen Aufsichtsrat, genannt Trägerversammlung. In diesem Gremium sind Vertreter des Landkreises und der Schweriner Arbeitsverwaltung vertreten.

Sowohl Andreas Neumann als auch Helmut Westkamp gehen davon aus, dass die nächsten Jahre interessant werden. Denn während die Konjunktur anzieht und die Nachfrage steigt, wird die demografische Entwicklung in MV und auch in Parchim nicht ohne Spuren bleiben, prophezeit Westkamp: "Die Zahl der Arbeitslosen wird sinken, ebenso die der Hilfebedürftigen. Und dies deshalb, weil es immer mehr Rentner und Abwanderer geben wird."

Unter den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern die zu finden, die den Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften zumindest teilweise decken könnten, wird Herausforderung für Matthias Bonack, den neuen Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Parchim, sein. "Wir werden uns bemühen, den 10812 Leistungsberechtigten im Landkreis Parchim den Lebensunterhalt zu sichern, die Aufnahme der Erwerbstätigkeit zu unterstützen und Integrationsfortschritte zu erzielen", sagte der 37-Jährige gestern, dem die bisherige stellvertretende Arge-Geschäftsführerin, Petra Weis, in selber Funktion auch beim Jobcenter zur Seite stehen wird. Seit 15 Jahren ist Bonack in führenden Positionen für die Bundesagentur in Mecklenburg tätig, zuletzt als Chef der Arge im Landkreis Güstrow. Das Parchimer Pflaster dürfte allerdings auch für ihn schwer werden: Denn das Budget von 12 Mio Euro noch im vergangenen Jahr ist auf jetzt acht Mio Euro reduziert worden.

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