Güstrow bekommt Fördermittel : Alles klar für Weg an der Stadtmauer

<fettakgl>Das ist der Blick </fettakgl>vom Pflegeheim am Schlossberg in Richtung Wall. In der Mitte der Wiese könnte der Weg lang gehen.<foto>hans-jürgen kowalzik</foto>
Das ist der Blick vom Pflegeheim am Schlossberg in Richtung Wall. In der Mitte der Wiese könnte der Weg lang gehen.hans-jürgen kowalzik

Ein Wanderweg entlang des Pfaffenbruchs und der südlichen Stadtmauer kann in Güstrow gebaut werden. Fördermittel kommen über ein EU-Programm.

svz.de von
10. Januar 2013, 09:45 Uhr

Dem Bau eines Wanderweges entlang des Pfaffenbruchs und der südlichen Stadtmauer in Güstrow dürfte im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr im Wege stehen. Die dafür notwendigen Grundstücke sind gesichert und passgenau dazu trudelte diese Woche ein Fördermittelbescheid ein.

"Es ist ein sehr schöner, sehr naturnaher Bereich. Nirgendwo sonst blickt man auf ein so großes Stück der Stadtmauer", sagt Bürgermeister Arne Schuldt und hat vor dem geistigen Auge einen idyllischen Spazierweg, den vielleicht insbesondere die Bewohner des Pflegeheimes am Schlossberg nutzen werden, der sich aber auch für einen Spaziergang in der Mittagspause eignet und Gefallen bei Touristen finden dürfte. Vor gut einem Jahr, als das Land signalisiert hatte, dass noch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung stünden, habe die Stadt zwei Förderanträge - für den Bereich Am Berge und am Pfaffenbruch - gestellt. Zu diesem Zeitpunkt war zwar gerade der Traum von einer Landesgartenschau - der Bereich am Pfaffenbruch sollte ein Teil der Laga sein - geplatzt, doch schon damals war man sich in der Stadt einig, dass mit der Laga-Absage nicht auch alle damit verbundenen Projekte in der Versenkung verschwinden sollten. Auch sei der Gedanke an eine Landesgartenschau zu einem späteren Zeitpunkt noch immer aktuell, betont Schuldt. Die Flächen links und rechts des Wanderweges würden sich generell für eine Blumenschau eignen.

Der 350 Meter lange Wanderweg wird selbstverständlich mit Sitzbänken bestückt. Ein Steg, der die Wasser- und Uferflächen zusätzlich erlebbar machen sollte, werde jetzt allerdings nicht gebaut, informiert der Bürgermeister. Voraussetzung dafür wäre eine Sanierung der Gewässer in dem Bereich. Sie müssten erst entschlammt werden, erklärt Schuldt. Ein Förderantrag dafür sei über den Wasser- und Bodenverband Nebel gestellt.


Vorhaben mit Geschichte - erster Versuch vor 15 Jahren

Für den Bau des Wanderweges sind rund 213 000 Euro veranschlagt. 153 000 Euro erhält die Stadt aus dem EU-Programm. Wann der Weg gebaut werden kann, da möchte sich Schuldt noch nicht festlegen. Zum einen brauche die Stadt erst einen beschlossenen Haushalt, zum anderen müsse man sehen, ob die Fördermittel in einem bestimmten Zeitraum ausgegeben werden müssen. Der Fördermittelbescheid liege der Stadt schriftlich noch nicht vor.

Schon vor 15 Jahren wollte die Stadt einen Weg entlang der Mauer anlegen. Das Vorhaben scheiterte seinerzeit daran, dass nicht alle Grundeigentümer auf dem Abschnitt für einen Wanderweg begeistert werden konnten. Das sei nun gelungen, berichtete Andrej Grzesik aus der Liegenschaftsabteilung der Stadtverwaltung auf der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses Anfang der Woche. Nicht alle Flächen kann oder muss die Stadt erwerben, auch über Erbbaurecht bzw. die Erteilung eines öffentlichen Wegerechtes seien Lösungen gefunden worden. Der Bau- und Verkehrsausschuss empfiehlt dem Hauptausschuss auf seiner Sitzung am 31. Januar den Grundstücksgeschäften zuzustimmen.

Im Bauausschuss gab es lediglich Fragen zur Verlauf des Uferweges und zu den Folgekosten; immerhin kaufe die Stadt fast 4000 Quadratmeter am Brinckmangymnasium vom Landkreis. Hartmut Reimann (SPD) merkte an, dass der Weg sehr nahe am Wasser, nicht direkt an der Stadtmauer, entlang führe. Er befürchtet schwierige Untergrundverhältnisse. Grzesik erklärte dazu, dass man damit dem Wunsch der Kirche, die ein öffentliches Wegerecht einräumt, entspreche. Zur späteren Grünflächenpflege antwortete Amtsleiterin Jane Weber, dass kein englischer Rasen gepflegt werden müsse, sondern eher an extensive Flächen gedacht sei.

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