Albtraum A 19 - Stadt lehnt Lärmschutzwand ab

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31. August 2008, 09:35 Uhr

Rostock - Ende der Diskussion. Basta. Für die Siedlergemeinschaft Brinckmanshöhe und viele Aktive aus den Stadtteilen längs der A19 hat ihr Einsatz für eine Lärmschutzwand, zumindest aber ein Tempolimit bisher nichts eingebracht außer Absagen. Und das seit 2005.

Ein aktueller Vorstoß führte lediglich dazu, das die Bürgerschaft nun „eine Prüfung der Angelegenheit“ verlangt. Bis Jahresfrist. Die Ergebnisse stehen allerdings jetzt schon fest. Eine Lärmschutzwand werde es nicht geben, erklärt Holger Nozon vom Rostocker Umweltamt. Grund: Auch wenn das subjektive Empfinden der Menschen ein anderes ist, Lärmschutzgrenzwerte werden nicht überschritten. Zumindest sagt dies ein Gutachten.

6,50 Meter hohe Wand ist zu teuer
Das größte Hindernis sind allerdings die astronomisch hohen Kosten. Die Stadt geht davon aus, dass die Schutzmauer 6,5 Meter hoch sein müsste. Nozon: „Außerdem gehören die entsprechenden Flächen nicht der Hansestadt.“ Rostock müsste Roggentin also ein verlockendes Angebot machen. Das zuständige Amt Carbäk übrigens plant auf der anderen Straßenseite eine Lärmschutzanlange. Allerdings sind die Ideen noch sehr vage und eine Entscheidung nicht gefallen.

Es bleibt dabei. Eine Lärmschutzwand westlich der A19 wird Rostock nicht bezahlen – zumindest nicht in naher Zukunft. Immerhin sei die Autobahn in den Bebauungsplänen der neuen Viertel immer als Lärmquelle genannt. Der Vorwurf der Stadt an die Nörgler: Sie hätten gewusst, worauf sie sich einließen.

Dieses Argument lässt Wolfgang Kuhlemann aus der Haut fahren. „Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren enorm verschärft“, sagt der Sprecher der Siedlergemeinschaft. Immer mehr schwere Laster fahren über immer schlechter werdenden Belag. Vor allem nachts, wenn der Hafen auf vollen Touren arbeitet oder Fähren anlegen. Dass der Umschlag weiter zunimmt, davon geht selbst die Stadtverwaltung aus. Kuhlemann: „Wir erwarten von Rostock und vom Land Maßnahmen.“

Eine trügerische Hoffnung. Denn eine Initiative Rostocks für ein Tempolimit auf der A19 hat das zuständige Verkehrsministerium abgelehnt. Ein Korb, der nicht klarer sein könnte. Makaber: Mit den gleichen Argumenten, die Rostock gegen eine Lärmschutzwand vorbringt, lehnt Schwerin Tempo 130 oder weniger ab. Es ist nicht zu laut.

Das Verkehrsministerium weist darauf hin, dass „nicht einmal die Grenzwerte für Wohngebiete beim Neubau“ erreicht würden. „Vor diesem Hintergrund verbietet sich eine Geschwindigkeitsbeschränkung, welche lediglich eine subjektiv nicht wahrnehmbare Verringerung des Emissionsspiegels bewirken würde“, heißt es in einer Stellungnahme.

Geschwindigkeitskontrollen sind unerwünscht
Selbst einen Rettungsanker, den die Stadt ausgeworfen hat, lehnt Schwerin ab. Geschwindigkeitskontrollen werden vom Verkehrsministerium genauso verneint, wie ein freiwilliges Tempolimit für Laster. Der Erfolg der nichtamtlichen Schilder „Lkw Tempo 80 beachten!“, wie sie zum Beispiel an der A10 zum Einsatz kommen, ist nach Auffassung des Ministeriums höchst zweifelhaft.

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