Aker-Werften heißen „Wadan Yards“

von
22. September 2008, 03:04 Uhr

Rostock - Die Mecklenburger Aker-Werften in Warnemünde und Wismar werben künftig unter dem neuen Namen „Wadan Yards“ auf dem Weltmarkt um Kunden. Mit der Umbenennung und einem Flaggenwechsel gingen die Schiffbaubetriebe am Montag symbolisch in den Besitz einer russisch-norwegischen Investmentgesellschaft über, nachdem die Kaufverträge bereits im März unterzeichnet wurden. Der Eigentümerwechsel betrifft auch die Werft in Nikolaev in der Ukraine. Die neue Schiffbaugruppe hat rund 5000 Mitarbeiter.

Das Unternehmen Wadan Yards AS, zu der auch Konstruktions- und Liegenschaftsgesellschaften am Sitz der Werften gehören, wolle sich künftig auf den Bau von Spezialschiffen und Anlagen für Öl- und Gasprojekte konzentrieren, kündigte Aufsichtsratschef Andrej Burlakov in Warnemünde an. In Aussicht stehen unter anderem Eisbrecher, Arktis-Rettungsschiffe sowie ein hydrographisches Forschungsschiff, die in den kommenden Monaten von russischen Auftraggebern ausgeschrieben werden. Allein für den russischen Markt könnten bei Zuschlag demnächst Bestellungen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Euro eingehen, sagte Burlakov.

Von großen Containerschiffserien will sich die Werftengruppe nach Angaben ihres Geschäftsführers Tom Einertsen verabschieden. Die beiden Mecklenburger Werften hätten sich einen guten Namen mit dem Bau eisbrechender und hochkomplexer Schiffe gemacht, daran wolle man anknüpfen. Viele maritime Projekte lägen in der Arktis, dort würden Öl- und Gasvorkommen erschlossen. Dafür seien Spezialschiffe erforderlich, deren Bau russische Werften vor Probleme stelle. Gleichzeitig sei die russische Handelsflotte zum großen Teil zerschlissen. Mit der in Moskau beheimateten FLC West habe man einen großen Fürsprecher für diesen Markt, sagte Einertsen.

Änderungen im Management der Werften, in der Organisation, bei der Anzahl der Mitarbeiter und den Entgelten sollen ersten Informationen der neuen Eigentümer zufolge nicht geplant sein. „Wir haben eher Angst, dass wir zu wenig Mitarbeiter haben“, sagte Burlakov. Deshalb werde sich die Wadan-Gruppe auch für den Bau neuer Werften in Russland engagieren, sagte der Investor.

Die drei Werften Wismar, Warnemünde und Nikolaev gehörten bislang zur Aker Yards Ukraine Holding AS, der Handelschiffsparte des norwegischen Aker-Konzerns. Der hatte im Frühsommer überraschend 70 Prozent seiner Anteile an der Holding an die private russische Investmentgesellschaft FLC West verkauft. Dafür sollen knapp 300 Millionen Euro von den beiden Investoren Burlakov sowie Evgeniy Zaritzkiy gezahlt worden sein. 30 Prozent der Anteile bleiben bei Aker Yards, der seinerseits durch den koreanischen Mischkonzern STX übernommen wurde. Den Angaben zufolge gibt es eine Vereinbarung zwischen den bei Aker verbliebenen Werften in Norwegen und der Wadan-Gruppe, dass sich Aker nicht an in Russland ausgeschriebenen Aufträgen beteiligt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen