Airport Laage auf Kapitalsuche

von
17. Dezember 2008, 12:55 Uhr

Rostock - Kapitalsuche für den defizitären Flughafen Rostock-Laage: Die kommunalen Eigner der Städte Rostock und Laage sowie der Landkreis Güstrow prüfen private Investorenmodelle für Mecklenburg-Vorpommerns größten Passagierflughafen. Anfang 2009 wollten die Gesellschafter darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang der Airport privatisiert werden solle, erklärte Jochen Bruhn, Chef der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV), die für Rostock 54,1 Prozent der Anteile hält. „Es steht nichts fest.“

Bislang habe es zwar eine Anfrage aber noch keinerlei Verhandlungen mit Investoren gegeben, sagte er. Einem Bericht zufolge sollen der Baukonzern Hochtief und die bereits bei der Rostocker Reederei Scandlines beteiligte britische FondsGesellschaft 3i Interesse angemeldet haben. Bruhn zufolge gehe es derzeit zunächst darum, den Airport, der in diesem Jahr voraussichtlich 1,8 Millionen Euro Verluste einfahren wird, finanziell zu konsolidieren. Das Land hatte erst im November den Flughafen mit einer weiteren Finanzhilfe von 1,15 Millionen Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Die Eigner suchen seit Monaten nach einem neues Finanzkonzept. Ohne private Investoren sei es nicht möglich, den Airport „in der heutigen Größenordnung“ wirtschaftlich zu betreiben, erklärte Flughafenchefin Maria Muller gestern. „Das kann kein Regionalflughafen in ganz Deutschland.“ Künftig solle der Flughafen „auf mehrere Dienstleistungsschienen“ gesetzt und beispielsweise der Frachtbereich ausgebaut werden. Mit der Erweiterung des europäischen Streckennetzes hält Muller in Rostock-Laage 500 000 Passagiere im Jahr für möglich. In diesem Jahr werden 170 000 erwartet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen