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Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg : Agrarmuseum im Wandel der Zeit

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"Geschichte. Gesichter. Geschichten. Entwicklung der ländlichen Region im Nordosten Deutschlands zwischen Diktatur und Demokratie" - so lautet der Titel der neuen Dauerausstellung.

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erstellt am 30.Mär.2011 | 12:49 Uhr

"Geschichte. Gesichter. Geschichten. Entwicklung der ländlichen Region im Nordosten Deutschlands zwischen Diktatur und Demokratie" - so lautet der Titel der neuen Dauerausstellung im Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn für den "Museumsnutzer", wie Leiter Falko Hohensee die Besucher nennt, stehen 25 Schautafeln in der Ausstellungshalle. Diese sind mit einem kleinen, sachlichen Text versehen, die dem Museumsbesucher die Thematik näher bringen soll. Texte, Fotografien, Dokumente oder alte Gegenstände aus dem landwirtschaftlichen Bereich der damaligen Zeit haben Falko Hohensee und Dr. Wolf Karge in enger Zusammenarbeit zusammengetragen. "Unsere alte Dauerausstellung war der damaligen Zeit geschuldet. Wir haben jetzt versucht, diese zu versachlichen", sagt Falko Hohensee, der seit dem 1. April 1985 der Direktor des Kreisagrarmuseums ist.

Die Idee zu einer neuen Dauerausstellung hatte der Museumsdirektor bereits nach der Wende 1990, doch die finanziellen Mittel haben immer gefehlt. Jetzt flossen rund 50 000 Euro in die neue Präsen tation. Die finanziellen Mittel setzen sich aus Haushaltsmitteln des Landkreises Nordwestmecklenburg, des Kultusministeriums, des Fördervereins Norddeutsche Pflanzenzucht (NPZ) und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zusammen. Während der Erarbeitung der neuen Ausstellung sind Karge und Hohensee immer wieder auf Probleme gestoßen, wobei die fehlende Geschichtsschreibung in dem Bereich mit die größte Schwierigkeit darstellte. "Die Geschichte der DDR-Diktatur ist im ländlichen Raum noch nicht so aufgearbeitet, wie in den Städten, das war die Krux dabei. Und die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat eine ganz andere Herangehensweise an das Thema gehabt als wir. Deshalb gab es sehr lange Diskussionen und letztendlich mussten wir die Texte noch einmal überarbeiten", sagt Wolf Karge, der als Autor, Publizist und Museumsberater freiberuflich tätig ist.

Die neue Dauerausstellung im Kreisagrarmuseum stellt nicht nur beim Aufbau eine Besonderheit dar, sondern auch in der Thematik. Zum einen ist sie eine Kombination aus Themengruppen im Zeitstrang. "Wir haben eine Vorbemerkung, die bis 1945 reicht, dann eine Nachbemerkung nach 1990. Dazwischen liegt die Zeit der Diktatur. Gerade darüber haben wir heiße Diskussionen geführt", so Karge weiter. Unter anderem soll es auf den Schautafeln auch Erlebnisberichte geben. Ein Sudetendeutscher wird auf einer der 25 Tafeln zum Punkt Flucht und Vertreibung von seinen Erlebnissen und Empfindungen berichten. "Mit der Ausstellung wird Geschichte konkret", sagt Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter für Kultur, Tourismus und Archiv des Landkreises Nordwestmecklenburg.

In der kommenden Woche am Mittwoch, 6. April, wird die Ausstellung im Kreisagrarmuseum eröffnet. Bis dahin werden auch die letzten Kleinigkeiten erledigt sein, verspricht Falko Hohensee. Und auch das Begleitheft zur Ausstellung mit vielen Wegweisern auch zu anderen Museen im Land soll fertig gestellt sein, wie Klaus-Jürgen Ramisch mitteilt. Das Vorwort des Heftes schrieb der ehemalige Landrat Dr. Udo Drefahl, der viele Jahre lang die Arbeit im Museum begleitete. Als Doktor der Landwirtschaft ist er prädestiniert dafür, das Vorwort zu schreiben, so Ramisch. "Ich finde es eine bemerkenswerte Leistung, wie der Landkreis als Träger des Museums dieses seit Jahren führt. Mein Herz hängt an diesem Museum", sagt Dr. Udo Drefahl.

Auch Museumsdirektor Falko Hohensee freut sich über die neue Ausstellung, ist sich aber genauso wie Wolf Karge sicher, dass die Diskussionen um die Thematik weiterhin anhalten werden. "Die Diskussion endet erst, wenn die Erlebnisgeneration nichts mehr dazu zu sagen hat", so Karge, denn aufgearbeitet ist die Geschichte seiner Meinung nach noch lange nicht.

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