zur Navigation springen

Ausstellung in Wunderblutkirche Bad Wilsnack : Afrikaner fertigen Jesus aus der Büchse

vom

Dutzende Krippen zieren derzeit die Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. 50 kleine und große farbenfrohe Exponate aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt, verteilen sich im Kircheninneren.

svz.de von
erstellt am 25.Dez.2011 | 05:48 Uhr

Bad Wilsnack | Dutzende Krippen zieren derzeit die Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. Insgesamt 50 kleine und große farbenfrohe Exponate aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt, verteilen sich im Kircheninneren.

Die Ausstellung nach Bad Wilsnack gebracht haben Barbara und Frohgemut Schnabel, beide Mitglieder im dortigen Kirchenförderverein. Ihr langjähriger Freund Dieter Henning ist ein leidenschaftlicher Krippensammler aus Berlin. "Ich kam auf die Idee, dass er seine Krippen doch mal in der Kirche ausstellen könnte", erzählt Barbara Schnabel. Gesagt, getan: Der 79-Jährige war von der Idee angetan und brachte zusammen mit dessen Freund und Krippenbauer Fritz Cante einen Teil seiner Sammlerstücke nach Bad Wilsnack. "So einfach war das aber gar nicht, vielmehr war das ein großer Akt", so der Berliner. "Drei Autos brauchten wir, um alle Krippen unversehrt nach Bad Wilsnack zu bringen."

Doch gelohnt hat sich der Aufwand, denn "jeder, der die Kirche betritt, schaut sich als erstes die Ausstellung an", wie Christian Richter vom Verein beobachten konnte. Neben vielen einzelnen Krippen wird in der Kirche auch die Bibelgeschichte plastisch dargestellt. Ein großer Verkündungsengel aus Pappmaché steht hierbei im Mittelpunkt: "Der stammt von einer Künstlerin aus Kreuzberg", verrät Henning. Eine Ausnahme, denn die wenigsten ausgestellten Stücke sind deutscher Herkunft, sondern stammen aus allen möglichen Ecken der Welt. Denn: "Krippen kennt man fast überall. Es gibt kaum ein Land, in dem es keine Krippen gibt", weiß er. Selbst aus nichtchristlichen Ländern, wie Kirgisistan und Pakistan, besitzt er Exemplare. Das Gros der Ausstellungsstücke stammt jedoch aus Lateinamerika und Zentralafrika.

Besonders auffällig bei allen Objekten: die vielen unterschiedlichen Materialien, die verwendet wurden, um das Geburtsgeschehen in Betlehem darzustellen. "Da gibt es zum Beispiel eine Krippe aus Kenia, dort wurden die Figuren aus alten Büchsen von Schädlingsbekämpfungsmitteln hergestellt", so der Sammler. Beeindruckend ist auch die landestypische Gestaltung der Krippen, die je nach Herstellungsort variiert. So sind die afrikanischen Interpretationen der Figuren Maria, Josef und das Jesuskind dunkelhäutig, während die peruanischen Pendants bunte Trachten tragen und schwarzhaarig sind.

Die Ausstellung in der Wunderblutkirche zeige laut Henning nur ein Neuntel seiner kompletten Sammlung: Seine insgesamt rund 450 Krippen lagern in Kisten und Kartons verpackt in der Souterrainwohnung in seinem Haus in Berlin Kreuzberg. Die erste Krippe kam 1958 in seinen Besitz, seither wächst die Sammlung stetig. Neue Krippen kauft er deutschlandweit auf Weihnachtsmärkten, in Dritte-Welt-Läden oder auf der Importmesse in Berlin. Viele bekommt Dieter Henning auch geschenkt. "Mich reizt das Material und die Art und Weise, wie die Krippen hergestellt werden", erklärt er seine Sammelleidenschaft.

Sein wertvollstes Stück ist eine niederbayerische Barockkrippe. "Die ist um die 3500 Euro wert", schätzt er. Den größten ideellen Wert hingegen hat für ihn eine Krippe aus Bosnien. Den dazugehörigen Stall hat Fritz Cante gebaut. Mit ihm zusammen hat er schon einige Krippenausstellungen in Berlin auf die Beine gestellt: "Er sammelt aber keine Krippen, dafür aber Bibeln", lacht Henning.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Januar 2012 in der Wunderblutkirche zu sehen. Zur Finissage wird Dieter Henning wieder nach Bad Wilsnack kommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen