Schwerin: Brecht-Schüler erhielten erst in letzter Minute Zuschuss : Ärger mit dem Bildungspaket

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Die ganze Klasse steht vor dem Bus, mit dem sie auf Studienfahrt gehen will, und drei Schüler aus sozial schwachen Familien dürfen nicht mit, obwohl sie rechtzeitig den Zuschuss beantragt haben.

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18. Oktober 2011, 10:45 Uhr

"Stellen Sie sich die Situation vor: Die ganze Klasse steht vor dem Bus, mit dem sie auf Studienfahrt gehen will, und drei Schüler dürfen nicht mit, weil sie aus sozial schwachen Familien kommen und aus eigener Tasche den Teilnehmerbeitrag nicht zahlen können, obwohl sie rechtzeitig den Zuschuss aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt haben. So etwas wäre doch furchtbar für ein Kind", sagt Pädagoge Peter Goosmann. Glücklicherweise sei es soweit aber nicht gekommen, wenngleich das Problem quasi erst in letzter Minute gelöst werden konnte.

Konkret zugetragen hat sich dieser Fall an der Integrierten Gesamtschule "Bertolt Brecht". Die jetzigen 8. Klassen hatten im April ihre Studienfahrt nach Goslar geplant und mit den Vorbereitungen begonnen, berichtet Klassenlehrerin Schattschneider. Dafür hätten die Schüler aus sozial schwachen Familien bei der Stadt entsprechende Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt. Doch die Bewilligung habe sich in die Länge gezogen. "Ende August haben wir in der Stadtverwaltung nachgefragt, warum einige Anträge noch nicht bearbeitet seien und wurden vertröstet", berichtet Goosmann. "Uns wurde der Eingang der Unterlagen bestätigt mit dem Hinweis, dass vor Entscheidung noch Prüfbedarf herrsche." Unruhig wurden Lehrer und Schüler, als eine Woche vor der Klassenfahrt noch immer drei Bescheide ausstanden und fragten erneut nach. Drei Tage vor Ultimo wurde dann aber doch das Geld ausgezahlt.

"Das sind bedauerliche Einzelfälle", so Kathrin Hoffmann vom Sozialdezernat. Die Verzögerungen seien leider eingetreten, da wegen unvollständiger Angaben Rückfragen notwendig gewesen seien. Wenn jemand bei der Beantragung der Leistungen unsicher sei, sollte er sich in der Verwaltung Rat holen, rät sie.

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