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Rosi Graf aus Goldenstädt freut sich über Storchennachwuchs : Adebar fühlt sich in der Lewitz wohl

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Ihr Wunsch ist - wenn auch erst nach mehreren Jahren - in Erfüllung gegangen: Auf dem weiten Gelände des Grundstücks von Rosi Graf zieht eine Storchenfamilie ihre zwei Jungen auf.

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erstellt am 26.Jul.2011 | 11:56 Uhr

Ihr Wunsch ist - wenn auch erst nach mehreren Jahren - in Erfüllung gegangen: Auf dem weiten Gelände des Grundstücks von Rosi Graf zieht eine Storchenfamilie ihre zwei Jungen auf. " Es ist schön, die Vögel zu beobachten, zumal jetzt ja auch Junge im Nest sitzen", schwärmt die Golden städterin. Sie hatte so sehr gehofft, dass sich Meister Adebar mit einer Familie in der Nähe niederlässt, als sie 2001 in ihr neues Haus zog. Sie mag Störche. Die Bedingungen dafür, dass ein Storchenpaar hier seinen Nistplatz einrichtet, seien optimal: Die Lewitz liegt direkt vor der Tür, die grünen Wiesen halten ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Tiere bereit.

Das Nest befindet sich auf einem Strommast, der bereits 2002 aufgestellt wurde. Damals hatten ein Nachbar und eine Firma aus Tramm geholfen, ihn an die richtige Stelle zu setzen. Ein Plater stellte das Wagenrad bereit und der Storchenbeauftragte des Landkreises Parchim, Peter Scholz aus Crivitz, stattete es mit Geäst, Zweigen und Moos aus. So sollte der Storch angelockt werden. Doch es brauchte Zeit. Jedes Jahr hat Rosi Graf geschaut, ob sich ein Weißstorch endlich niederlässt. Erst vor drei Jahren bezog ein Paar dann endlich die Nisthilfe. "Nachwuchs aber", so sagt die 49-Jährige, "gab es bis dato nicht."

In diesem Frühjahr nun hat es geklappt. Am 23. April kam Frau Störchin an, sieben Tage später ihr Mann. Die Tierfreundin weiß es deshalb so genau, denn das Männchen trägt einen Ring. Die Eier hat das Paar abwechselnd ausgebrütet. Durchs Fernglas habe sie beobachten können, wie die Eier mit dem Schnabel gedreht worden sind, erzählt Rosi Graf. Am Pfingstmontag habe sie dann erstmals die Jungen im Nest wahrnehmen können. Da werden sie etwa schon zwei Wochen alt gewesen sein, schätzt sie. Die Eltern versorgen ihre Kinder hervorragend, schaffen Nahrung von den nahen Wiesen heran. Rosi Graf: "Die Kleinen wachsen schnell. Sie versuchen jetzt schon, mit den Flügeln zu schlagen."

Bis sie aber die ersten Flugversuche machen, wird es noch einige Wochen dauern, weiß Peter Scholz aus Erfahrung. Er ist einer von vier Storchenbeauftragten des Landkreises Parchim. Der Crivitzer beobachtet seit Jahren Ankunft, Brut und Abflug der Störche. Sein "Revier" reicht von der Lewitz bis nach Demen und Rubow. " Von 30 Brutpaaren habe ich 16 Junge in diesem Frühjahr in den Horsten gezählt", erzählt er. Nachwuchs gab es in Wessin (2), Banzkow (3), Raduhn (3,) Jamel (3), Goldenstädt (2) und Rubow (3).

Dass die Störche nun endlich auch auf dem Grundstück bei Rosi Graf in Gol denstädt Nachwuchs haben, freue ihn. Insgesamt aber, so schätzt er ein, sei 2011 ein schwaches Storchenjahr. In guten Jahren zählte er schon mal 30 Jungstörche. Als Ursachen dafür, dass der Nachwuchs weniger wird, kämen mehrere Faktoren in Frage. Zum einen flogen die Weißstörche schon Anfang April aus Spanien ein. Das sei etwas früh, das Wetter dann oft noch nicht ideal für den Großvogel. Hauptproblem aber sei, dass er nicht mehr so leicht Futter findet. Es fehlen die Rinderherden auf der Weide, die mit ihren Hufen das Grünland auflockern. So kann der Storch gut an seine Nahrung wie Würmer und Schnecken gelangen. Die zunehmenden Raps- und Maisfelder erschweren die Futtersuche zusätzlich.

Mehr Nisthilfen im Landkreis aufzustellen, das bringe nichts, meint Peter Scholz. Die vorhandenen reichen völlig aus. Zumal etliche auch gar nicht angenommen werden, einige aber werden wieder ausgebessert.

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