Zahl doppelt so hoch wie im verschneiten Vorjahresmonat : Acht tödliche Unfälle im Januar

Bei diesem schweren Verkehrsunfall auf der B 105 in Nordwestmecklenburg kam in der Nacht zum 15. Januar ein 21-jähriger Autofahrer ums Leben. steffen Möhring
Bei diesem schweren Verkehrsunfall auf der B 105 in Nordwestmecklenburg kam in der Nacht zum 15. Januar ein 21-jähriger Autofahrer ums Leben. steffen Möhring

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in MV hat sich im vergangenen Monat gehäuft. Nach Angaben des Innenministeriums kamen acht Menschen auf den Straßen des Landes ums Leben.

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04. Februar 2011, 08:21 Uhr

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im vergangenen Monat gehäuft. Nach Angaben des Innenministeriums kamen acht Menschen auf den Straßen des Landes ums Leben. Das waren doppelt so viele wie im Vorjahresmonat.

Die Ursache für diese Steigerung sei vor allem witterungsdingt, so die Polizei. Denn im Januar vorigen Jahres mussten sich die Fahrer auf ein Schneechaos einstellen. "Bei Schnee und Eis fahren die meisten Menschen aber vorsichtiger und langsamer", sagt Polizeihauptkommissar Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin. So würden die Beamten zu Beginn von Wintereinbrüchen zwar in der Regel mehr Unfälle mit Blechschäden verzeichnen, dafür aber nur selten mit tödlichem Ausgang.

Das bestätigt auch Nicole Buchfink von der Polizeidirektion Neubrandenburg. "Wenn es nicht glatt ist, sind Autofahrer oft schneller unterwegs und überschätzen sich auch häufiger", sagt die Polizeisprecherin.

Tatsächlich ereignete sich im Januar dieses Jahres nur ein tödlicher Unfall, bei dem es nach Polizeiangaben einen Anhaltspunkt dafür gab, dass auch Glätte eine Rolle gespielt haben könnte. Bei den meisten anderen tödlichen Verkehrsunglücken gebe es dagegen immer wieder Hinweise darauf, dass die Fahrer auf eisfreien Straßen mit einer "erheblichen Geschwindigkeit" unterwegs waren, sagt Wiechmann.

Einmal von der Straße abgekommen, sei das Risiko im Alleenland Mecklenburg-Vorpommern besonders hoch, mit dem Wagen gegen einen Baum zu prallen, so der Polizeisprecher. Das wurde beispielsweise auch einem 56-jährigen Fahrer zum Verhängnis, der am Montag dieser Woche bei Granzin im Landkreis Parchim tödlich verunglückte.

Auch zwei Fußgängerinnen kamen im vergangenen Monat ums Leben. In Strasburg (Uecker-Randow-Kreis) starb eine 70-Jährige, nachdem sie von einem Auto angefahren worden war. In Bergen auf Rügen wurde eine 73-Jährige getötet, als sie an einem Busbahnhof plötzlich die Straße betrat und ein Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren rückläufig. So starben im vergangenen Jahr 108 Menschen auf den Straßen des Landes. Das waren rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) führt diese Entwicklung vor allem darauf zurück, dass kontinuierlich an der Verkehrssicherheit gearbeitet werde. Auch die regelmäßigen Polizeikontrollen hätten Wirkung gezeigt.

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