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Lösung für die künftige Entsorgung der Gemeinde Wöbbelin gesucht : Abwasserstreit: Gegner an einem Tisch

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Vertreter von Wöbbelin und des Zweckverbandes kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung haben erste Schritte unternommen, zu einer sachlichen Zusammenarbeit zu finden.

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2011 | 09:11 Uhr

ludwigslust | In einem Gespräch haben Vertreter der Gemeinde Wöbbelin und des Zweckverbandes kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung erste Schritte unternommen, verhärtete Fronten aufzubrechen und zu einer sachlichen Zusammenarbeit zu finden. Es sei ein gutes, konstruktives Gespräch gewesen, so die Wöbbeliner Bürgermeisterin Viola Tonn resümierend. Die Vertreter der Gemeinde hätten als positiv die Bereitschaft des Zweckverbandes empfunden, das Konzept Wöbbelins anzuschauen und vielleicht sogar in Teilen mit in die eigenen Planungen einzubeziehen. "Der Zweckverband wird sich unsere Lawa-Vergleichsrechnung anschauen und seine Schlüsse ziehen können", so die Bürgermeisterin. Dieses Instrumentarium, von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (Lawa) ausgearbeitet, ermöglicht den Vergleich von zu erwartenden Kosten.

Auch Stefan Lange, der Geschäftsführer des Zweckverbandes, sieht positive Ansätze in dem Gespräch mit der Gemeinde. "Wir werden uns das Wöbbeliner Konzept anschauen und Anfang April zu einer weiteren Runde zusammenkommen. Dann hat der Zweckverband das Konzept geprüft und eine Vorstellung, was davon für uns verwertbar ist", so der Geschäftsführer. Bis dahin setzt der ZkWAL sein Bauprogramm in Wöbbelin fort. Auf der Agenda steht in diesem Jahr noch der Weiterbau der Leitung von der Funkamtssiedlung bis nach Wöbbelin herein und weiter in Richtung Ortsausgang nach Ludwigslust. Im kommenden Jahr soll dann der andere Strang in Richtung Schwerin folgen.

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass beide Seiten ein Interesse daran haben, die Konfrontation nicht weiterzutreiben. Der Zweckverband möchte sein Konzept möglichst nicht über die Köpfe der Gebührenzahler hinweg verwirklichen. Die Gemeinde kann sich ausufernde Kosten für Prozesse und Planungen, die nicht realisiert werden, nicht auf Dauer erlauben. Fördermittel gehen verloren, weil nicht gebaut wird. Außerdem dürfte der Rückhalt für den gemeindeinternen Weg in großen Teilen der Wöbbeliner Bevölkerung schwinden, wenn nichts passiert. Seit Jahren spaltet die Abwasserfrage die Dorfgemeinschaft in Befürworter einer zentralen Lösung und solche, die einen dezentralen Weg der Abwasserentsorgung bevorzugen.

Gerade ist die Gemeinde vor dem Schweriner Verwaltungsgericht mit einem Antrag gescheitert. Der Landkreis hatte für Wöbbelin verfügt, dass die Gemeinde Bauarbeiten des Zweckverbandes auf ihrem Territorium dulden muss. Darüber hatte sich die Gemeinde beim Schweriner Verwaltungsgericht beschwert. Die Richter gaben dem Landkreis Recht. Ein weiteres Verfahren vor dem gleichen Gericht ist noch nicht entschieden: Die ZkWAL-Verbandsversammlung hatte den beantragten Austritt Wöbbelins aus dem Zweckverband abgelehnt. Auch den von der Gemeinde angestrebten Entzug der Abwasserentsorgung durch den ZkWAL lehnte die Verbandsversammlung ab. Beide Vorgänge liegen bei Gericht.


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