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Neu Gülze: Entsorgungsbetrieb kämpft mit schwarzen Schafen : Abwasser ließ sich nicht abrechnen

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Im letzten Jahr leitete Neu Gülze rund 22 000 Kubikmeter in die Boizenburger Kläranlage. Knapp 4000 Kubikmeter ließen sich jedoch nicht zu ordnen. Hier vermutet der Bürgermeister Betrug.

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2011 | 11:03 Uhr

Neu Gülze hat ein Abwasserproblem. Dabei geht es nicht um die Entsorgung. Die funktioniert über den gemeindeeigenen Betrieb. Der arbeitet seit 1998 und ist, wie der Bürgermeister Hans-Jürgen Michalska sagt, für 1000 Einwohnergleichwerte ausgelegt und wirtschaftlich gut aufgestellt. Um die 750 Einwohner sind an das zentrale Netz angeschlossen. Über eine Leitung kommt das Abwasser zur Boizenburger Kläranlage, wo es aufbereitet wird.

So weit, so gut. Im vergangenen Jahr leitete Neu Gülze rund 22 000 Kubikmeter hier ein. Das sei, so Hans-Jürgen Michalska, durchaus realistisch. Jedoch ließen sich am Ende knapp 4000 Kubikmeter nicht zu ordnen und so auch nicht abrechnen. Hier vermutet der Bürgermeister Betrug.

Wären es drei Prozent der Menge gewesen, hätte er sich nicht aufgeregt. Er hörte von Experten, dass bei bis fünf Prozent noch alles im grünen Bereich sei. "Wir reden über 20 Prozent, und das ist alles andere als normal", schimpft er. Die Erregung ist verständlich, wenn er erwähnt, dass es durchaus möglich sei, dass die Allgemeinheit künftig stärker zur Kasse gebeten wird, weil es scheinbar einige schwarze Schafe gibt. Die gewinnen ihr kostbares Nass wahrscheinlich über eine separate hauseigene Anlage, wie etwa eine Pumpe und leiten es dann so zu sagen an der Uhr vorbei, in das zentrale Entsorgungsnetz ein. Anders kann sich der Bürgermeister die viel zu hohe Differenz nicht erklären.

1,20 Euro zahlt die Gemeinde an die Stadt Boizenburg für jeden eingeleiteten Kubikmeter Abwasser. Die Bürger sind mit 3,56 pro Kubikmeter dabei, dazu kommt die jährliche Grundgebühr für den Hausanschluss in Höhe von 61,36.

Aus der Sicht von Hans-Jürgen Michalska sind das moderate Zahlen, mit denen Bürger und Abwasserentsorgungsbetrieb rechnen können. So eine große Lücke ließe sich nicht ohne weiteres schließen. Dieses Mal sei es noch gelungen. Ein nächstes Stopfen eines finanziellen Loches wegen des gleiches Grundes schließt der Bürgermeister konsequent aus. "Ich appelliere an das Gewissen der Schwarzeinleiter, ihr Handeln zu überdenken und die Aufmerksamkeit der Nachbarn, solche Fälle zu melden", sagt er. Ansonsten würde, wie er betont, allen eine Erhöhung der Abwassergebühr drohen.

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