Marinestützpunkt Hohe Düne : Abschied von Warnemünde?

Die Korvette 'Braunschweig' legt im Marinestützpunkt Hohe Düne an. Eine Verlegung nach Eckernförde ist im Gespräch.Georg Scharnweber
Die Korvette "Braunschweig" legt im Marinestützpunkt Hohe Düne an. Eine Verlegung nach Eckernförde ist im Gespräch.Georg Scharnweber

Das Aus des Marinestützpunktes Hohe Düne in Warnemünde scheint so gut wie sicher. Im Zuge der angestrebten Bundeswehr-Reform sollen 40 von 400 Standorte in Deutschland gestrichen werden.

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09. Februar 2011, 03:06 Uhr

Das Aus des Marinestützpunktes Hohe Düne in Warnemünde scheint so gut wie sicher. Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung von gestern sollen im Zuge der angestrebten Bundeswehr-Reform 40 von 400 Standorte in Deutschland gestrichen werden - Warnemünde wird dabei ausdrücklich genannt. Der Bericht bezieht sich auf einen entsprechenden Vorschlag, koordiniert vom Generalinspekteur Volker Wieker. Mit dieser Standort-Empfehlung werde Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im März in die Haushaltsberatungen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eintreten. Das Verteidigungsministerium widersprach allerdings. Einen endgültigen Standortplan für die neu zu strukturierende Bundeswehr soll es im Juni 2011 geben.

Auch in der Marine scheint man den Standort Warnemünde abgeschrieben zu haben. In ihrem internen Konzept soll sie die Verlagerung des 1. Korvettengeschwaders vom geplanten Stützpunkt in Hohe Düne nach Eckernförde empfohlen haben. Auch die bislang verbliebenen zehn Schnellboote sollen früher außer Dienst gestellt werden. Der Hansestadt Rostock bleibt damit nur noch die Marineverwaltung.

In den Marinestützpunkt Hohe Düne waren zuletzt 16,7 Millionen Euro investiert worden, damit die 15 urspünglich geplanten Korvetten stationiert werden können. Auf dem Stützpunkt arbeiten etwa 1700 Soldaten und Zivilbeschäftigte. Die meisten der weiteren 22 Militärobjekte in Mecklenburg-Vorpommern scheinen dagegen sicher. Laut Leipziger Volkszeitung würden sich die meisten der 40 zu schließenden Standorte in westdeutschen Bundesländern befinden.

So bekamen der Fliegerhorst Laage und das Jagdgeschwader 73 erst vor wenigen Wochen sechs neue Eurofighter, womit sich die Gesamtzahl der Maschinen in Laage auf 30 erhöht, teilte ein Sprecher des Fliegerhorstes gegenüber unserer Redaktion mit. Ursprünglich geplant waren 36 Kampfjets. Doch die Anzahl der gelieferten Flugzeuge liegt wegen Verzögerungen durch den Hersteller insgesamt unter den Planzahlen. Von den 90 Eurofightern, die ausgeliefert werden sollten, seien erst 62 Maschinen an die Truppe abgegeben worden und davon wiederum nur 45 im Einsatz, so der Sprecher.

Auch für den Fliegerhorst Trollenhagen gibt es keine Anzeichen für eine Schließung. 2010 gingen von dort aus 498 Versorgungsflüge nach Afghanistan zur Versorgung des deutschen Isaf-Kontingents.

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