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Eine Woche lange besuchten Tausende Gäste das Museumsschiff : Abschied von der "Cap San Diego"

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Stetig näherte sich der einstige Schnellfrachter der Wendorfer Seebrücke, wo er von etlichen Besuchern verabschiedet wurde. "Ob es an Bord wegen der vielen Bäume einen Förster gibt", so die Frage von Gerhard Stietz.

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erstellt am 14.Jul.2011 | 07:59 Uhr

Wismar | Stetig näherte sich der einstige Schnellfrachter der Wendorfer Seebrücke, wo er von etlichen Besuchern verabschiedet wurde. "Ob es an Bord wegen der vielen Bäume einen Förster gibt", so die Frage von Gerhard Stietz. Natürlich hatte der Wismarer Kapitän im Ruhestand dies nicht wirklich ernst gemeint. Mit dem Arm deutete er auf die zahlreichen Ladebäume der "Cap San Diego", die im Gegensatz zu heutigen, modernen Schiffskränen, einst als bordeigene Hebezeuge dienten. "Es ist noch immer ein tolles Schiff, dem man seine 50 Jahre kaum ansieht", so der Grundtenor der winkenden und fotografierenden "Schiffe-Gucker." Sie alle hatten das Museumsschiff besucht. Nun war es ihnen auch noch ein Abschiedsbild wert. Sogar einen fotografischen Bonus gab es bei schönstem Wetter. Denn die voll mit Gästen besetzte Kogge "Wisemara" begleitete den etwa 160 Meter langen Schiffsriesen ein Stück in der Wismarbucht. Ob es ein Wiedersehen gibt, vermag noch niemand sagen. "Wir wurden beim Premierenbesuch in Wismar nicht enttäuscht, obwohl wir bei Einlaufen ,beschossen` wurden", sagte Jens Weber amüsiert. Das erlebte die 50-köpfige Besatzung bei Abschied selbstredend noch einmal.

Dass die Hansestädter und ihre Gäste ein sehr nettes und vor allem interessiertes Publikum waren, daran ließ Kapitän Weber, der als Geschäftsführer der Hamburger "Cap San Diego" Betriebsgesellschaft fungiert, kurz vor Abreise keinen Zweifel. Selbst noch so schlechtes Wetter sorgte am Ende für etwa 6000 Besucher während des einwöchigen Aufenthaltes in der Hansestadt. Dies allerdings dürfte auch den interessanten Veranstaltungen und Empfängen und Ausstellungen während dieser Zeit geschuldet sein. In solchen Fällen ist das Engagement der 45 Mitglieder des Museumsvereins besonders gefragt. Doch für den ganzjährigen Betrieb an der Hamburger Überseebrücke reicht dies nicht aus. 21 fest angestellte Mitarbeiter sind deshalb im ständigen Einsatz. Das Schiff bietet nicht nur den bis zu 500 Gästen Veranstaltungsmöglichkeiten und Empfänge der verschiedensten Art. Hinzu kommt noch ein Mini-Hotel mit neun Kabinen und insgesamt 18 Betten. "Die Leute arbeiten 40 Stunden die Woche und das Schiff ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Das bedeutet professionelle Organisation und verlangt kaufmännisches Gespür", erklärt Weber. Allein für den allgemeinen Bordbetrieb sind ein Chief, ein Elektriker, ein Schiffsmechaniker und drei Matrosen ständig im Einsatz. Bei der jährlich stattfindenden Rundreise wird aufgestockt.

Zu den ersten, die ihre Hansestadt beim Bordbesuch präsentierten, gehörten übrigens die Männer vom Wismarer Shantychor "Blänke". Bereits zum Hafenfestauftakt sorgten sie mit ihren kräftigen Männerstimmen für den musikalischen Rahmen einer kurzen Live-Sendung des NDR-Fernsehens. Ganz andere Töne und zwar piepsende Morsezeichen, waren in der "Cap San Diego"-Funkbude bei Jutta Landwehr zu vernehmen. Die einstige Berufsfunkerin der Handelsmarine gehört von Beginn an zum Team der Funkamateure des Schiffes. Heimstatt für das international weit verbreitete Hobby ist der noch im Original verbliebene Funkraum des Schiffes. Gleich am Anfang des Hafenjubiläums nahm sie Funkverbindung mit der mobilen Station der Wismarer Amateurfunkkollegen auf. Wolfgang Schallock, der Ortsverbandsvorsitzende des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC), hatte den Ruf empfangen. Damit dürfte demnächst bei den "Cap San Diego"-Amateurfunkern eine so genannte QSL-Karte als Empfangsbestätigung eintreffen. Sie ist in diesem Fall besonders begehrt, denn anlässlich des besonderen Wismarer Hafenjubiläums wurde dafür das Sonderrufzeichen "DR800Port" vergeben.

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