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Abgehängt - Verkehrsinfarkt im Urlaubsland

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erstellt am 18.Okt.2010 | 07:59 Uhr

Die Usedomer Bäderbahn macht es seit Jahren vor: Immerhin 3,5 Millionen Fahrgäste transportierte die Inselbahn im vergangenen Jahr zwischen Peenemünde bis nach Swinemünde und zurück. Ein stattliche Zahl. Und wer schon einmal auf Usedom Urlaub gemacht hat, der kennt die täglichen endlosen Staus und hat die Bäderbahn schätzen gelernt.

Doch was auf der Insel funktioniert, zugegeben auch unter günstigen Voraussetzungen, vor allem aber durch beharrlichen Ausbau, funktioniert vor der Insel nicht. Zu oft noch müssen Urlauber mit dem Auto anreisen, weil die Zugstrecke von Berlin nach Stralsund mit Umsteigepunkt in Züssow einfach zu umständlich ist. Von Bahn-Verbindungen aus Richtung Hamburg, Bremen oder dem Ruhrpott ganz zu schweigen.

Und Usedom ist noch das gute Beispiel. Rügen und der Darß, Poel und selbst Städte wie Waren können ein Lied davon singen, dass die vorhandenen Verkehrsadern in der Hochsaison längst dem Bedarf nicht mehr standhalten. Auf Rügen hat die vermeintlich rettende neue Brücke den Stau des alten Rügendamms nicht aufgelöst sondern lediglich verlagert. Und selbst wenn es zum Ausbau der B96 auf Deutschlands größ-ter Insel kommen sollte, werden die Autoschlangen bleiben.

Das Problem ist, dass bei den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit nach der Wende zwar die schnellen Autoverbindungen im Osten gebaut, aber die schnellen Bahnverbindungen immer hinaus geschoben wurden. Vom Verkehrsprojekt Nr. 1, dem Ausbau einer schnellen Eisenbahntrasse von Hamburg nach Stralsund, blieben nur Rudimente. Eine wirklich schnelle Verbindung zwischen Berlin und Rostock soll erst noch gebaut werden. Zukunftsmusik. Ein ICE-Anbindung gibt es gar nicht. MV ist – was die Bahn betrifft – abgehängt.

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