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Goldberg : Abfuhr für Solaranlagen auf Altstadtdächern?

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Laut Vorentwurf der Neufassung der Gestaltungssatzung für den historischen Stadtkern in Goldberg sollen Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen auf einsehbaren Dächern künftig ausgeschlossen werden.

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2011 | 10:13 Uhr

Alternative Energien sind in Goldberg erwünscht, sehen soll man die dafür notwendige Technik aber nicht: Laut Vorentwurf der Neufassung der Gestaltungssatzung für den historischen Stadtkern sollen Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen auf einsehbaren Dächern im Innenstadtbereich künftig ausgeschlossen werden. "Um den Gesamteindruck der Dachlandschaft zu bewahren, sind diese Anlagen auf den von öffentlichen Verkehrsflächen einsehbaren Dachflächen unzulässig", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Für Architekt Thomas Wenzel vom Goldberger Altstadtverein ist dies unverständlich. Er sieht in der Anbringung von Solaranlagen auf den Dächern alter Gebäude eine Möglichkeit, die vom Verfall bedrohten Häuser doch noch nutzbar zu machen. Schließlich verursachen viele leerstehende Häuser in der Innenstadt laufende Kosten, seien aber nur wenig gewinnbringend nutzbar. Eines davon ist die ehemalige Stallscheune, die Wenzel und seine Lebensgefährtin am Schützenplatz haben. "Bislang ist das Gebäude nicht nutzbringend für uns", verdeutlicht Wenzel. Hier Wohnraum herzurichten, kommt vorerst nicht in Frage. "Das wäre sehr teuer und wird auch nicht nachgefragt", erklärt Wenzel. Eine Solaranlage auf dem Dach wäre eine gute Alternative, mit dem Haus dennoch Geld einzunehmen und so seinen Bestand zu sichern. Aber ein entsprechender Antrag für das Haus sei abgelehnt worden. Für Wenzel unverständlich, denn ein Gebäude nahe der Brinckman-Schule hat bereits eine Solaranlage auf dem Dach. "Und die ist vom Schützenplatz aus sehr gut sichtbar", sagt der Goldberger. Auf seiner alten Scheune jedoch wäre entsprechende Technik aufgrund der Straßensituation und dem Verlauf der Dachschräge kaum einsehbar. Rentabel dafür aber umso mehr: Eine Solaranlage würde sich irgendwann refinanzieren und dann sogar Gewinn abwerfen, argumentiert er. Viele Hausbesitzer könnten von solch einer Lösung profitieren. Erzielte Überschüsse würden sie dann eventuell gar - zum vorteil der Altstadt - in die Sanierung ihrer Gebäude stecken, so Wenzel.

"Das Ziel der Satzung besteht darin, das charakteristische Straßenbild der Stadt Goldberg in seinen Grundzügen zu erhalten", heißt es hingegen in der Begründung des neuen Satzungsentwurfes. Sichtbare Sonnenkollektoren stellen demnach einen zu großen Eingriff ins Erscheinungsbild dar. Nicht zuletzt deshalb werde nun eine Überarbeitung fällig. Grundsätzlich akzeptiere er zwar solch eine Entscheidung, "wenn aber die Stadt die Grundlage für solch eine Nutzung entzieht, muss sie auch eine Alternative vorschlage", sagt Thomas Wenzel. In Bau- und Hauptausschuss war die Neufassung der Gestaltungssatzung bereits Thema. Am Donnerstag wollen sich die nun Stadtvertreter bei ihrer Sitzung dazu beraten.

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