Abfall - Prignitz ist am teuersten

Bei den Preisen für Wasser, Fernwärme, Müllentsorgung oder Strom bestehen in Brandenburg große regionale Unterschiede. Das geht aus der vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) jetzt zum zweiten Mal vorgelegten Datenbank hervor.

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29. April 2008, 08:08 Uhr

Potsdam - In manchen Städten müssten die Mieter oftmals den doppelten Preis und mehr als in anderen zahlen, sagte BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt gestern bei der Vorstellung der Datenbank in Potsdam.

Günstigste Fernwärme gibt es in Senftenberg
Bei der Müllentsorgung betrage die Differenz zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter 137 Prozent. Teuerster Entsorger sei der Landkreis Prignitz mit knapp 79 Euro je Kubikmeter Müll. Dieser Wert liege 63 Prozent über dem Durchschnitt des Landes, betonte Burkardt. Die günstigsten Preise biete dagegen der südbrandenburgische Abfallverband unter anderem für die Städte Luckenwalde und Jüterbog im Kreis Teltow-Fläming mit 33,25 Euro oder 31 Prozent unter dem Mittel des Landes.

Der Landkreis Prignitz allerdings will die Müllgebühren künftig senken, unter anderem durch die Neuausschreibung der Müllentsorgung.

Bei den Preisen für Fernwärme wurden durch die BBU 47 Versorger untersucht. 21 davon hoben ihre Preise im vergangenen Jahr bis zu 31 Prozent an. Hier liege zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter eine Differenz von mehr als zwei Dritteln, so Burkardt. Der günstigste Anbieter sind die Stadtwerke Senftenberg mit knapp 73 Euro je Megawattstunde, was 24 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Auch bei Gas liegt zwischen den einzelnen Anbietern eine Preisdifferenz von 42 Prozent. Am teuersten sind hier die Stadtwerke in Potsdam, die für jede Megawattstunde mehr als 74 Euro fordern. Das liegt laut BBU 19 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Wasser: Preisdifferenzvon bis zu 120 Prozent
Auch bei Wasser ergibt sich eine Preisdifferenz zwischen dem teuersten und günstigsten Anbieter von 120 Prozent. Am teuersten ist der Zweckverband Luckau, der mit 7,60 Euro pro Kubikmeter um 48 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt.

Mit der jetzt vorliegenden Preisdatenbank wolle der größte wohnungswirtschaftliche Verband in der Hauptstadtregion für mehr Transparenz sorgen, erklärte Burkardt. Angesichts der vielfach eklatanten Unterschiede sollten sich vor allem die sehr teuren Ver- oder Entsorger rechtfertigen und ihre Preiskalkulationen offen legen. Die betroffenen Mieter müssten unbedingt Einsicht nehmen können. Zugleich forderte das BBU-Vorstandsmitglied die Landeskartellbehörde vor allem bei sehr großen Unterschieden zu einer Prüfung auf.

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