Ab Ende 2009 freie Fahrt

An der Talbrücke im Bereich des Mühlenbaches bei Bibow. Michael-Günther Bölsche (2)
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An der Talbrücke im Bereich des Mühlenbaches bei Bibow. Michael-Günther Bölsche (2)

Im Rahmen seiner Abschiedstour als Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung besuchte Otto Ebnet am Montagnachmittag die Autobahnbaustelle A 14 zwischen Jesendorf und Cambs.

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23. September 2008, 10:09 Uhr

Bibow - An der Talbrücke Mühlenbach, unweit von Bibow, brutzelte ein Spanferkel am Spieß, der Zapfhahn war geputzt, Kellner deckten die Tische ein – doch es wurde nicht für den Ministerbesuch eingedeckt und aufgefahren. „Das ist ein kleines Fest für die Bauarbeiter, das hat nichts mit mir zu tun“, sagt Otto Ebnet auf eine entsprechende Nachfrage. Er sei hier, um sich über den Bau zu informieren und reise dann weiter nach Wismar.

Grund zum Feiern haben die Bauarbeiter auch, denn, wie der Minister betont, sei man im Plan. Ende des Jahres 2009 rollen hier die Fahrzeuge, ist sich Ebnet sicher. Verzögert habe sich in der Vergangenheit der Bau der 14,3 Kilometer langen Strecke, welche rund 100 Millionen Euro verschlingt, vor allem durch viele rechtlich sehr schwierige Vorgaben. Das hat weniger mit dem Bau als vielmehr mit dem Baurecht zu tun.

Da spielen der Naturschutz und die Landschaftsschutzbestimmungen eine große Rolle. So werden alle Arbeiten unter anderem ökologisch überwacht und so mussten einige Arbeiten bei Bibow sogar ruhen. Ein Seeadler hatte hier seinen Horst und man musste die Brutphase abwarten, bevor am 1. August die Arbeiten wieder voll aufgenommen werden konnten. Der Seeadler aber hatte wohl ein Einsehen, er kam in diesem Jahr nicht. Scheinbar lag sein Wechselhorst in ruhigerer Lage.

Auf dem Abschnitt zwischen Cambs und Jesendorf werden derzeit 13 Bauwerke errichtet, davon zwei Talbrücken. Die eine – 340 Meter lang – befindet sich bei Liessow, die andere ist 501 Meter lang und überspannt das Mühlenbachtal. „Außerdem gibt es fünf Wildbrücken, die eigentlich keine Brücken sind, sondern die künftige A 14 genau genommen unterqueren“, sagt der oberste Straßenbauer, Thomas Taschenbrecker vom Straßenbauamt Schwerin.

Viel zu schaffen machte den Bauarbeitern auch der Baugrund. Immerhin mussten die Pfeiler bis zu 24 Meter tief in die Erde gesetzt werden, um die erforderliche Stabilität zu erreichen. Gearbeitet werde in verlängerten Schichten und so wird im Bereich des Mühlenbachtales im Januar die eine Fahrtrichtung fertig überspannt sein, während die andere Fahrtrichtung etwa im Mai erfolgen soll. Durch die Verwendung von Massenbeton, der auch bei Minusgraden zum Einsatz kommen kann, ist auch im kommenden Winter an keine Ruhephase zu denken. Es sei denn, es kommt starker Frost.

Auf die Frage, wie und wann die A 14 in südlicher Richtung gebaut werden könne, wollte sich der Minister nicht äußern. „Hier beim nördlichen Abschnitt habe ich ein gutes Gewissen, meinem Nachfolger im Amt ordentliche Arbeit zu hinterlassen, aber zum südlichen Teil sage ich nichts“, machte Ebnet deutlich. Zu erfahren war aber doch, dass für den rund 25 Kilometer langen Abschnitt vom Schweriner Dreieck bis zur Landesgrenze die Entwurfsunterlagen vervollständigt sind und zur Bestätigung bei den zuständigen Bonner Behörden liegen.

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