Güstrow : Ab 2012 fließt Erdgas durch Landkreis

Die Norddeutsche Erdgasleitung verläuft auf einer Länge von 57 Kilometer durch den Landkreis Güstrow.
Die Norddeutsche Erdgasleitung verläuft auf einer Länge von 57 Kilometer durch den Landkreis Güstrow.

Der Bau der Norddeutschen Erdgasleitung (NEL), der Weiterführung der aus Russland kommenden Ostsee-Pipeline, wirft auch im Landkreis Güstrow seine Schatten voraus.

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30. Dezember 2010, 11:57 Uhr

Schon im Frühjahr sollen die Bauarbeiten an dem 57 Kilometer langen Teilstück durch den Landkreis beginnen, informiert die Wingas GmbH, Bauträger des Großprojektes, auf SVZ-Nachfrage. "Zur Zeit laufen die Planfeststellungsverfahren für die NEL-Pipeline in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch in Niedersachsen. Wir rechnen jedoch in den nächsten Wochen mit der Baugenehmigung", sagt Wingas-Sprecherin Verena Sattel. Die NEL wird Deutschland und Nordwesteuropa über die Nord-Stream-Pipeline mit den großen Erdgasreserven in Sibirien verbinden. In Lubmin übernimmt die NEL das Erdgas und transportiert es über 440 Kilometer weiter Richtung Westen.

Suche nach Ersatzflächen für Aufforstung

Bei Altkalen kommt die NEL in den Landkreis, verläuft unterirdisch unweit Teterow und Krakow am See und verlässt den Kreis bei Reimershagen wieder. Diese Strecke sei "nicht konfliktträchtig", sagt Hans-Joachim Meier, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Naturschutzgebiete würden nicht gekreuzt, aber Landschaftsschutzgebiete. "In diesen Gebieten müssen für das Holz, dass für den Bau der NEL geschlagen werden muss, Ausgleichsflächen geschaffen werden", sagt Meier. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde würden gerade Ersatzflächen für die Aufforstung gesucht. Eine konkrete Abstimmung sollen Anfang 2011 erfolgen. Insgesamt handele es sich um eine Fläche von zwei Hektar.

Aktuell laufe noch das Planfeststellungsverfahren, um allen eventuellen Konflikten beim Bau der NEL durch den Landkreis Güstrow begegnen zu können. Schwierigkeiten könnte es bei der geplanten Unterquerung der Nebel zwischen Koppelow und Groß Grabow geben, so Meier. Hier müsse darauf geachtet werden, ob der Untergrund eventuell Probleme bereite. Dennoch bestehe aus Sicht von Meier kein Grund, den geplanten Baubeginn im Frühjahr verschieben zu müssen. "Wir liegen in den letzten Zügen der Genehmigung", sagt der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg.

Von Lubmin aus steuert die 440 Kilometer lange Leitung zunächst südwestlich auf die Mecklenburgische Seenplatte zu. Zwischen Güstrow und Teterow verläuft sie weiter Richtung Schwerin, um die Elbe schließlich bei Hittbergen in der Nähe von Lauenburg zu queren. Insgesamt verläuft die NEL auf einer Strecke von 236 Kilometer durch MV. Südlich von Hamburg passiert die NEL das Einzugsgebiet der Stadt Winsen an der Luhe. Ab Seevetal verläuft die Pipeline zunächst durch die Nordheide parallel zur A1 bis nach Achim bei Bremen. Durch die Moorlandschaft bei Syke und Bassum erreicht sie schließlich das nahe Vechta gelegene Rehden, wo das Erdgas gespeichert oder in das bestehende Erdgasleitungsnetz geleitet wird. "Es ist nicht immer die kürzeste und damit wirtschaftlich günstigste Strecke, die für den Verlauf der Pipeline gewählt wird", informiert Wingas. Auch die NEL werde vielmehr den für Mensch und Umwelt sinnvollsten Weg nehmen.

Der Pipelinebau soll in den Jahren 2011 und 2012 erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2012 vorgesehen. Dann soll das erste Erdgas durch die unterirdische Leitung fließen. Die Investitionen für die NEL liegen bei rund einer Milliarde Euro.

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