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Landkreis hält den Weiterbau für die Entwicklung der Region unverzichtbar : A 14-Stopp, die Empörung hält an

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Auch im neuen Jahr ist die Diskussion über den Vorstoß der Grünen im Bundestag gegen den Weiterbau der A 14 nicht verebbt. Vor allem der Landkreis Ludwigslust warf sich in die Bresche für diese wichtige Projekt.

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erstellt am 03.Jan.2011 | 05:24 Uhr

Ludwigslust | Auch im neuen Jahr ist die Diskussion über den unerwartet deutlichen Vorstoß der Grünen im Bundestag gegen den Weiterbau der A 14 nicht verebbt. Vor allem der Landkreis warf sich in die Bresche für diese wichtige Infrastrukturprojekt.

Als "völlig absurd" bewertet der Ludwigsluster Landrat Rolf Christiansen den Vorstoß der Grünen . "Die A 14 muss kommen. Sie ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Ludwigslust, aber auch für die Region Mecklenburg-Schwerin eine wichtige Nord-Süd-Magistrale", sagt Landrat Christian sen. "Sowohl die Häfen Wismar und Lübeck, aber auch der Flughafen Parchim werden von dieser neuen Autobahn wirtschaftlich profitieren. Auch für das Städtedreieck Ludwigslust-Neustadt-Glewe-Grabow ist diese neue Verbindung zwischen starken Wirtschaftsregionen für die eigene Entwicklung unverzichtbar."

Auch sein Parteifreund Hans-Joachim Hacker konnte sich über das Ansinnen der Grünen nur wundern. Hacker ist langjähriges Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages und hatte die Grünen in Sachen A 14 ganz anders erlebt. "Die haben das, was derzeit Planungsstand ist, mit beschlossen. Bei den Ausbauprojekten für das Bundesautobahnnetz ist die A 14 weiterhin als vordringlicher Bedarf ausgewiesen. Eine Beschleunigung dieser Maßnahme ist allerdings nicht zu erwarten - entgegen der Ankündigung einiger CDU-Politiker im Bundestagswahlkampf", erklärte Bundestagsmitglied Hacker und gelobt, sich weiterhin für die Maßnahme einzusetzen.

Zentraler Angriffspunkt der Grünen, die zu erwartenden Eingriffe in die Natur seien zu groß, ein Ausbau der bereits vorhandenen Bundesstraßen reiche völlig aus.

Natürlich, so Landrat Christiansen, seien Belange des Naturschutzes wichtig. "Hierzu finden aber umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen statt, die den Eingriff in die Natur jedenfalls teilweise kompensieren können. Der Eingriff ist damit verträglich zu gestalten."

Für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze ist die A 14 ein wichtiges Bindeglied. Auch die Bevölkerung entlang der geplanten Strecke hat mit über 70 000 Unterschriften eindrucksvoll die Forderung nach dem Bau der A 14 unterstützt. "Auch an dieser Stelle gilt es, ein herzliches Dankeschön an die Bürgerinitiativen zum Bau der A 14 zu sagen", unterstreicht Landrat Christiansen, selbst Mitinitiator der BAFA 14 im Landkreis Ludwigslust. Der aktuelle Vorstoß der Grünen zeige, dass ein aktives Eintreten für den Bau der A 14 weiterhin dringend erforderlich sei.

"Mit der A 14 werden sich neue Unternehmen ansiedeln und damit wichtige Arbeitsplätze in der Region schaffen", sagt Landrat Christiansen. "Wenn wir junge Menschen in der Region halten wollen, brauchen wir innovative Unternehmen mit attraktiven Arbeitsplätzen. Diese werden nur entstehen, wenn die Verkehrsinfrastruktur stimmt. Allerdings brauchen wir auch Regelungen, dass der überregionale Güterverkehr auf die Autobahnen gelenkt wird und nicht die Menschen in unseren Städten und Dörfern belastet."

Mit dieser Meinung ist Christiansen nicht allein. Wohl selten gab es über fast alle Parteigrenzen hinweg in den vergangenen Tagen ein so einhelliges Echo wie für den Weiterbau der A 14. Es mehren sich die Stimmen, die bedauern, dass diese Autobahn nach der Wende nicht als Projekt Deutsches Einheit mit einem beschleunigten Verfahren versehen wurde.

Formal ist die Autobahn 14 verankert im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes und gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte. Mit dem Bau der A 14 von Magdeburg bis zum Autobahndreieck Schwerin sollen die Wirtschaftsräume Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verbunden werden. Im Landkreis Ludwigslust verläuft die geplante Trasse von der brandenburgischen Landesgrenze bei Groß Warnow vorbei an Grabow und Ludwigslust bis zum Autobahndreieck Schwerin. In diesem etwa 25 Kilometer langen Abschnitt sind drei Autobahnausfahrten vorgesehen. Nach gegenwärtigem Stand der Planungen erfolgt die Fertigstellung des Gesamtvorhabens bis zum Jahr 2015.

Allerdings ist die Finanzierung des Vorhabens nur für Teilabschnitte der neuen Autobahn gesichert. Die Befürworter setzen jedoch ganz klar darauf, dass nach einem Baustart auch zu Ende gebaut würde. Wie angebracht der Autobahnbau ist, beweist nicht nur die erhebliche Streckeneinsparung bei der Verbindung Mecklenburg-Sachsen (der Umweg über den Berliner Ring fiele weg), sondern vor allem ein schlichter Blick auf die Deutschlandkarte. Zwischen Schwerin und Magdeburg gähnt die mit Abstand größte Lücke, die es derzeit im deutschen Autobahnnetz überhaupt gibt.

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