A 14: „Gigantische Kostenexplosion“

Gemeinsam mit Sozialministerin Dagmar Ziegler kam Wolfgang Tiefensee nach Lenzen, sprach dort auch über Finanzierungsschwierigkeiten beim Bau der A 14. Foto: Hanno Taufenbach
Gemeinsam mit Sozialministerin Dagmar Ziegler kam Wolfgang Tiefensee nach Lenzen, sprach dort auch über Finanzierungsschwierigkeiten beim Bau der A 14. Foto: Hanno Taufenbach

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26. September 2008, 11:52 Uhr

Prignitz - Das Tauziehen um den Bau der A 14 hält an und offenbar spitzt es sich sogar noch zu. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am Rande seines Prignitz-Besuchs in Lenzen zwar grundsätzlich seinen Willen zu dem Bau bekräftigt. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Aufhorchen ließ aber seine Wortwahl. Deutlich schärfer als noch bei seinem Wittenberge-Besuch im Frühjahr stellte er die Finanzierung als ein Problem dar.

Tiefensee sprach in Lenzen von einer „gigantischen Kostenexplosion“. Die einst veranschlagte Summe habe sich fast verdoppelt. Woher das zusätzliche Geld kommen soll, scheint indes weiter völlig unklar zu sein. „Derzeit läuft ein Gesprächsmarathon mit den beteiligten Bundesländern“, sagte Tiefensee. Das sind neben Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kernfrage laute: „Wir lassen sich die Kosten minimieren?“ Ideen und Vorschlägen seien benannt, aber noch nicht ausgereift“, so der Minister. Sollte sich bis Jahresende keine Lösung abzeichnen, rechne er mit keiner Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens noch vor der Bundestagswahl 2009. Offen bleibt damit ein möglicher Termin für den Baustart, da mehrere Umweltverbände Klagen gegen den Bau angekündigt haben. Geklagt werden kann aber erst im Zuge des Planfeststellungsverfahren.

Bereits seit Sommer suchen die Verkehrsminister der drei Bundesländer nach Lösungen. Minister Karl-Heinz Daehre (CDU) prüft derzeit, ob ein elf Kilometer langes Teilstück von Magdeburg nach Colbitz wegfallen kann. Stattdessen könnte die parallel verlaufende Bundesstraße 189 genutzt werden, die bereits vierspurig ausgebaut ist. Die möglichen Einsparungen lägen bei rund 90 Millionen Euro. Daehre hatte auch angeregt, über den Wegfall von Anschlussstellen und Rastplätzen nachzudenken.

Keine Alternative zur Autobahn
Unterdessen bleibt die Initiative Pro A 14 bei ihrer Forderung, die A 14 schnellstmöglich zu bauen. Sprecher Horst Niemeyer lehnt in einem Schreiben von dieser Woche erneut einen mehrspurigen Ausbau der B 189 als Alternative ab. Das sei kein gleichwertiger Ersatz, sagt er und verweist auf die B 189 bei Perleberg. Die direkte und gerade Anbindung nach Norden sei eine optimale Strecke „die für uns Prignitzer besonders von Wert und Nutzen sein wird“, so Niemeyer.

Er verurteilt insbesondere namhafte Vertreter von Grüne/B 90 wie Cornelia Behm, die gegen den Bau eintreten, obwohl dieser mehrheitlich demokratisch beschlossen wurde.


Kosten explodieren



Für 775 Millionen Euro sollte ab 2009/2010 die 155 Kilometer lange Autobahn zwischen Magdeburg und Schwerin gebaut werden. Bauzeit: sechs Jahre. Nach Schätzungen der Planungsgesellschaft Deges wird die Piste eine halbe Milliarde Euro teurer. Seit Mai 2009 gilt eine Bausumme von 1,278 Milliarden Euro als vorerst unterste Grenze.
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