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12. Dezember 2017 | 22:36 Uhr

85 Jahre Gartenverband in Rostock

vom

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erstellt am 30.Mai.2010 | 09:27 Uhr

Stadtmitte | Für die einen ist es die Oase zum Entspannen und Erholen. Für die anderen ist es eine gute Gelegenheit, sich mit eigenem Obst und Gemüse zu versorgen. Die 156 Kleingartenanlagen sind seit Langem die grüne Lunge der Hansestadt. Deshalb haben Rostocks Laubenpieper am Sonnabend in einer Festveranstaltung im Rathaus das 85-jährige Bestehen des Verbandes gefeiert. Für ihr langjähriges, ausdauerndes Gärtnern wurden die Kolonien mit einer Ehrennadel ausgezeichnet, die bereits zur Gründung bestanden. Dazu gehören die Anlagen "Am Galgenberg", "Am Pütterweg" (umbenannt in "Dr. Ernst Heydemann"), "Am Zingel", "Obst- und Gemüsebauverein Gehls dorf" (umbenannt in "Toitenwinkler Weg"), "Am Kesselborn" und "Cramonstannen".

Wie wichtig es für die Hansestadt ist, auch weiterhin auf die etwa 40 000 Schrebergärtner zu bauen, betont Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). "Es ist die größte Ehrenamtsorganisation der Stadt und die größte soziale Kraft, die fast ohne Geld auskommt", sagt er. Die Kolonien seien mit zahllosen Begegnungsstätten zu vergleichen. Trotzdem geht es nicht ganz ohne finanzielle Mittel. "Nachdem wir fünf Jahre ausgesetzt haben, stellt die Stadt in diesem Jahr 50 000 Euro bereit", sagt Methling. Die Zweitwohnsitzsteuer wird für Rostocks Gärtner kein Thema sein. Auch die Umrüstung von Abwassertanks, durch die neue Regelung in der Entsorgung, will er mit den Laubenpiepern gemeinsam lösen. Um den Schollenbesitzern die Angst vor einem Verschwinden der Anlagen zu nehmen, bestätigt Methling, dass mehr als 90 Prozent im Bebauungsplan festgeschrieben seien. "Außerdem haben wir fünf weitere Gebiete mit aufgenommen", sagt er. Dort könnten bei Bedarf neue Kolonien entstehen.

"Gartenarbeit ist eine Kunst, die Körper und Geist beisammen hält", schwärmt Peter Pinker, stellvertretender Vorsitzender vom Landesverband der Gartenfreunde. Schon die Gestaltung der Parzelle an Blumen und Gemüse sage viel über den Charakter eines Menschen aus. Während die einen ihr Stück Land wild wachsen lassen, pflegen die anderen ihre Scholle und entfernen jedes kleinste bisschen Unkraut. Dabei interessieren sich immer mehr Pieper für einen ökologischen und naturnahen Anbau, so Alois Bönsch, Chronist und Kleingärtner. Auch als schönste Gärten können sich viele Kolonien sehen lassen, die am gleichnamigen Wettbewerb einen Preis gewonnen haben. Für ihr soziales Umfeld setzen sich Gärtner ebenfalls ehrenamtlich ein. Bei dem bundesweiten Wettbewerb "Gärten im Städtebau" errangen Rostocker Laubenpieper bisher drei Silbermedaillen. "Vielleicht reicht es ja in diesem Jahr zu einer Goldmedaille", sagt Bönsch, der seine Hoffnung in die teilnehmende Anlage "Wiesengrund" legt.

1893 gründete sich in Rostock der erste Kleingartenverein. Nachdem ihm weitere folgten, entstand am 16. Mai 1925 der Ortsverband Schrebergartenverein Rostocks, um gemeinschaftlichen Interessen besser durchsetzen zu können. 1933 gab es bereits 21 Vereine, die den Verband in die Stadtgruppe Rostock der Kleingärtner umbenannten. Durch die Übernahme des FDGB entstand 1950 der Ausschuss Ortsgruppe der Kleingartenhilfe, der vier Jahre später zum Kreisverband wurde. Nach der Wiedervereinigung bekam der Verband seinen noch heute gültigen Namen: Verband der Gartenfreunde. Seit 18 Jahren hält der Vorsitzende Dieter Steffens nunmehr die Stellung und setzt sich tatkräftig für die Interessen seiner Mitglieder ein.

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