58 Behandlungsfehler in Mecklenburg-Vorpommern

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13. März 2008, 08:50 Uhr

Rostock - Pfusch auf dem Operationstisch und im Behandlungszimmer: In 58 Fällen sind Ärzten in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr Fehler bei der Behandlung ihrer Patienten nachgewiesen worden. In 224 von gemeldeten 525 Fällen konnte dagegen ein schuldhafter Behandlungsfehler nicht bestätigt werden, wie der Präsident der Ärztekammer MV, Andreas Crusius, gestern in Rostock mitteilte. In den restlichen Fällen liefen die Untersuchungen noch. Ärzte wollten Risiken minimieren und Fehler vermeiden, trotzdem könne es zu „unerwünschten Ergebnissen“ einer Behandlung kommen. „Wir können keine Erfolgsgarantie in der Medizin geben“, erklärte Crusius.

Seit 2004 würden alle gemeldeten Fälle von Behandlungsfehlern untersucht. Der offensive Umgang mit den Daten zu vermuteten und nachgewiesenen Behandlungsfehlern sei von großer Wichtigkeit, sagte Crusius. Aus diesen Daten könnten Fehlervermeidungsstrategien entwickelt werden, die zur Sicherheit der Patienten und zur Patientenzufriedenheit beitragen. Bei Verdacht eines Behandlungsfehlers können sich Patienten laut Crusius an die Ärztekammer wenden.

Ende Februar hatten Ärzteorganisationen und Bundesregierung den Behandlungs- und Pflegefehlern in Krankenhäusern den Kampf angesagt. Den Start machten 17 Ärzte, Pfleger und Therapeuten, die eigene Fehler zugaben. Hauptursachen für Fehler seien Missverständnisse sowie Zeitmangel im komplexen Klinikalltag, hieß es.

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