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Rostock: Landesamt Gesundheit und Soziales zieht positive Bilanz : 317 Anrufe an der Kinderschutz-Hotline

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Seit Freischaltung der landesweiten Kinderschutz-Hotline am 1. Februar 2008 sind dort bis Ende Juni dieses Jahres 1166 Meldungen eingegangen. Sie betrafen 2065 Kinder und Jugendliche, so Sozialministerin Schwesig.

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erstellt am 08.Jul.2011 | 01:01 Uhr

Seit Freischaltung der landesweiten Kinderschutz-Hotline am 1. Februar 2008 sind dort bis Ende Juni dieses Jahres 1166 Meldungen eingegangen. Sie betrafen 2065 Kinder und Jugendliche, so Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts 2010 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock. Etwa die Hälfte aller Hinweise bezog sich auf Kinder, die jünger als sechs Jahre waren.

Allein 2010 erreichten die kostenlose Hotline unter der Rufnummer 0800 14 14 007 insgesamt 1490 Anrufe, 317 davon betrafen eventuelle Kindeswohlgefährdungen, so der Erste Direktor des Lagus, Dr. Heiko Will. Die Anrufe bezogen sich auf 567 Kinder und Jugendliche. "205 dieser Fälle wurden als akut eingestuft", konstatierte Will. Alle Meldungen seien an die zuständigen Jugendämter weitergeleitet worden, gleichzeitig wäre eine Meldung an die Polizei gegangen. Bemerkenswert ist aus Sicht des Lagus-Direktors, dass neben Außenstehenden - die an der Hotline auch anonym bleiben können - mittlerweile zunehmend Eltern anrufen würden, die sich bei der Erziehung ihrer Kinder überfordert fühlten. Die Behörden könnten so in immer mehr Fällen präventiv wirksam werden. Auch deshalb ist die Kinderschutz-Hotline für die Sozialministerin ein "voller Erfolg, deshalb bleibt sie auch in den kommenden Jahren bestehen."

Die Hotline sei aber nur ein Mosaikstein für mehr Kinderschutz in Mecklenburg-Vorpommern, so Schwesig. Als einen weiteren bezeichnete sie die ebenfalls 2008 eingeführten Erinnerungsschreiben, die das Lagus im Vorfeld fälliger Vorsorgeuntersuchungen an Eltern verschickt. Will zufolge habe sich allein dadurch bei den Untersuchungen U8 und U9 - sie werden vor dem vierten sowie nach dem fünften Geburtstag des Kindes fällig - die Inanspruchnahme binnen drei Jahren von 75 auf mehr als 90 Prozent erhöht.

Zu den weiteren Maßnahmen für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit gehörte 2010 die Teilnahme von fast 4500 Kindern und Jugendlichen an Ferienfreizeiten, die mit 100 000 Euro aus Mitteln des Landesjugendplans gefördert wurden. 370 000 Euro flossen in Familienzentren. Insgesamt wurden 2010 im Auftrag des Sozialministeriums vom Lagus 64 Millionen Euro für zirka 3500 soziale Maßnahmen ausgereicht.

Das Landesamt sei seit seiner Gründung vor fünfeinhalb Jahren ein verlässlicher Dienstleister für die Menschen und zugleich beispielgebend für die Entwicklung effektiver Verwaltungsstrukturen, würdigte Schwesig gestern die Rostocker Behörde mit ihren insgesamt sechs Standorten in MV. 13 Landesbehörden seien seinerzeit zum Lagus zusammengelegt worden. Dadurch konnten 20 Prozent Personal und 30 Prozent Sachkosten eingespart werden. Heute "bewegen" rund 600 Beschäftigte pro Jahr etwa 500 Millionen Euro.

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