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Prora-Verkauf : 3,45 Millionen Euro eingebracht

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Der Verkauf der NS-Immobilie Prora auf der Insel Rügen durch den Bund hat 3,45 Millionen Euro eingebracht. Im Jahr 2004 hatte der Bund den Verkauf der zwischen Binz und Sassnitz gelegenen Mega-Immobilie eingeleitet.

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erstellt am 18.Jan.2012 | 07:31 Uhr

Der scheibchenweise Verkauf der NS-Immobilie Prora auf der Insel Rügen durch den Bund hat 3,45 Millionen Euro eingebracht. Das geht aus dem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Abschlussbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Er soll am Mittwoch dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgestellt werden. Danach hat allein der Verkauf des letzten von fünf Blöcken einen Erlös von 1,25 Millionen Euro erzielt. Der Block IV der einst von den Nationalsozialisten als „Seebad der 20 000“ geplanten Anlage war im Oktober 2011 als letztes Teilstück veräußert worden. Bisher ist eine für 16,4 Millionen Euro umgebaute Jugendherberge mit 400 Betten die einzige größere Baumaßnahme in Prora. Investoren, die bereits 2006 einen Teil der geschichtsträchtigen Anlage erworben hatten, schieben einen Baubeginn immer wieder hinaus. Unklar ist die Zukunft des Dokumentationszentrums der „Stiftung Neue Kultur“, das in seiner Ausstellung „MachtUrlaub“ über die NS-Sozialgeschichte informiert. Im Oktober 2011 hatte sich der Petitionsausschuss des Bundestages eingeschaltet, damit ein Mietvertrag für das Dokumentationszentrum verlängert wird.

Im Jahr 2004 hatte der Bund den Verkauf der zwischen Binz und Sassnitz gelegenen Mega-Immobilie eingeleitet. Grundlage war eine Studie, die eine Mischnutzung von Tourismus, Kultur, Wirtschafts- und Sozialeinrichtungen vorsah. Nach dem Abschluss des Verkaufs an insgesamt sechs Käufer zieht das Finanzministerium in seinem Bericht nun ein positives Fazit: Mit der Veräußerung „konnten im Ergebnis Weichen für eine zukunftsweisende Entwicklung von Prora gestellt werden“, heißt es. Der Verwertungsprozess habe „positive Zeichen in der Region“ gesetzt. Als Beispiel führt das Ministerium die im Sommer 2011 eröffnete Jugendherberge an. Zudem entlaste der Verkauf den Bund „von künftigen Kosten der laufenden Erhaltung und Unterhaltung der denkmalgeschützten Liegenschaft“, heißt es in dem Bericht.

Zwischen 1936 und 1939 hatten in Prora tausende Arbeiter im Auftrag der nationalsozialistischen Einheitsorganisation „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) an der uniformen, 4,5 Kilometer langen Massentourismusanlage gebaut. Wegen des Kriegsausbruchs ging der Bau allerdings nie als nationalsozialistische Ferienanlage in Betrieb. Zu DDR-Zeiten wurde der „Koloss von Rügen“ militärisch genutzt. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Binz sieht in der NS-Hinterlassenschaft Prora insgesamt 3000 Betten vor - allein in den Blöcken I und II sind 400 Eigentumswohnungen und zwei Hotels mit 760 Betten genehmigt.

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