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Festival feiert Jubiläum mit dem 200. Geburtstag von Franz Liszt : 25 Jahre Schönberger Musiksommer

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Für Schönberg fallen in diesem Jahr mehrere Jubiläen aufeinander. Die Kirchgemeinde veranstaltetmit ihren Partnern zum 25. Mal den Schönberger Musiksommer. Anlass ist der Geburtstag von Franz Liszt.

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erstellt am 14.Apr.2011 | 09:18 Uhr

Für Schönberg fallen in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen aufeinander. So veranstaltet die Kirchgemeinde mit ihren Partnern zum 25. Mal den Schönberger Musiksommer. Für das Programm nehmen sie den Geburtstag Franz Liszts zum Anlass, der sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt. Wie das Geburtsjahr des Komponisten stimmt auch sein Todesjahr mit dem des Orgelbauers Friedrich Wilhelm Winzer überein. Beide starben 1886, vor 125 Jahren. Von Franz Liszt werden verschiedene Kompositionen, zum Teil selten gespielt, bei den Konzerten von Juni bis September erklingen. Friedrich Wilhelm Winzer wird vertreten sein durch seine größte noch vorhandene Orgel, die 1847 erbaut wurde.

Der 25. Schönberger Musiksommer soll im Programm ältere und modernere Kirchenmusik vereinen, die zum Teil auch den Programmen des vergangenen viertel Jahrhunderts entstammen. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche mehr als Teilnehmer und Publikum angesprochen und eingebunden werden. So wird es am 16., 17., 20. und 21. Juni Kinderkonzerte mit Silke Aichhorn geben, zu denen bis zu 1000 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren erwartet werden. Bisher haben wir 450 Anmeldungen", sagt Karsten Lessing vom Festivalmanagement, der auf weitere Anmeldungen hofft. Bei den Konzerten geht es um die Geschichte einer Reise, in der eine Harfe und auch eine Schatzkiste vorkommen.

Eröffnet wird das Festival am 14. Juni mit der "Missa choralis" für vierstimmigen Chor von Franz Liszt. Traditionell wird der Kirchenchor St. Laurentius zu diesem Eröffnungskonzert singen. "Den Anfang und das Ende des Musiksommers gestalten wir immer selber. Was wir dann noch auf die Beine stellen, hängt von der Form und der personellen Ausstattung ab", sagt Christoph D. Minke, der künstlerische Leiter des Festivals.

Gäste des 25. Konzertprogramms sind unter anderem der NDR-Chor, der am 28. Juni Werke von Liszt, Brahms, Mahler und Ligeti vortragen wird. Das Landesjugendorchester - seit kurzem Botschafter der SOS-Kinderdörfer, die Partner des Musiksommers sind - wird am 12. Juli zum ersten Mal nach Schönberg kommen und "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" von Mussorgski sowie weitere Werke von Mozart und Tschaikowsky spielen. "Das Landesjugendorchester feiert auch in diesem Jahr Geburtstag und startet bei uns eine Sommertour", sagt Karsten Lessing. "Wir können sehr gespannt sein auf das Programm dieser brillanten, aufgeweckten jungen Leute", sagt er.

Eine Verbindung zwischen Klassik und Moderne schaffen danach die "Endlichen Automaten", ein Laptop-Orchester aus Berlin. Sie spielen mit modernster Technik Liszts Missa choralis aus dem Eröffnungskonzert. "So etwas hatten wir noch nie", verspricht Christoph D. Minke. "Bei diesem Konzert wird es auch viel zu sehen geben, es wird ganz viel mit Lichttechnik gearbeitet. Ich glaube, Franz Liszt als Zukunftsmusiker seiner Zeit hätte eine große Freude daran gehabt", so der Schönberger Organist.

Zu den eher selten aufgeführten Werken des Musiksommers zählt Minke Olivier Messiaens "Quatuor pour la fin du temps", das "Quartett vom Ende der Zeit". "Zumindest hier in Schönberg wurde es lange Zeit nicht gespielt, klingt aber wunderbar in unserer Kirche", sagt er über das Werk, das Messiaen in deutscher Kriegsgefangenschaft vollendete. Es wird am 21. Juni in Schönberg erklingen.

Auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern werden beim Musiksommer ein Gastspiel geben. Am 25. August spielen Musiker des Chamber Music Society of Lincoln Center New York Werke von Haydn, Bolcom, Mozart, Schnittke und Schumann. Hierfür gibt es die Eintrittskarten über die Hotline der Festspiele MV.

Mit Annique Göttler (16) hat Christoph D. Minke beim Stuttgarter Klavierforum ein jugendliches Ausnahmetalent kennen gelernt und eingeladen. Die Pianistin wird am 16. August Werke von Beethoven, Chopin und Liszt spielen.

Jugendliche aus der Region, genauer aus dem Ernst-Barlach-Gymnasium, sollen mit einer Projektwoche Ende Juni in den Musiksommer eingebunden werden. Unter der Überschrift "Musik.Sommer.Nacht.Träume" beschäftigen sich die Schüler der 7. bis 9. Klasse mit Kirchenmusik. Sie erarbeiten mit Unterstützung des Theater Combinale in Lübeck eine szenisch-musikalische Performance, die am 1. Juli aufgeführt wird.

Außerdem beteiligen sich Schüler und Ehemalige auch an einer Stummfilm-Vorführung am 13. September. Dann wird Friedrich Wilhelm Murnaus "Faust - eine deutsche Volkssage" von 1926 aufgeführt. Die Musiker Veronika Otto und Kofi Rocco werden dabei von den Schülern unterstützt.

Mit dem Offenen Singen am 17. Juni und der Veranstaltung "...vor mir die Sintflut" am 2. Juli verlässt der Musiksommer kurzzeitig Schönberg. Das Offene Singen findet in der Kirche Selmsdorf statt und in der Kirche Lübsee werden Texte zur Arche Noah aus tierischer Sicht musikalisch umrahmt.

"Wenn man sich überlegt, dass wir bis in die 90er Jahre alles nebenbei organisiert haben, ist heute schon eine gewaltige Struktur gewachsen", sagt Minke und weist auf das fest etablierte Büro des Musiksommers hin. Entstanden war das Festival 1987, als die Schönberger Kirche eine Baustelle war. "Der restaurierte Raum sollte mit Leben gefüllt werden und die Musikreihe wurde geboren. Ab 1990 haben wir dann mit dem Slogan ,jeden Dienstag Musik geworben", erinnert sich Minke.

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