24-Stunden-Kita in Schwerin - Einrichtung bei Helios Kliniken soll im September 2009 öffnen

Zum Naturkindergarten am Friedensberg in Schwerin gehört ein riesiger Sandkasten. Die Kita zählt zu den 20 städtischen Einrichtungen der Kita gGmbH. Im September 2009 soll eine 24-Stunden-Kita bei der Helios Klinik hinzukommen. Foto: Herbert Kewitz
Zum Naturkindergarten am Friedensberg in Schwerin gehört ein riesiger Sandkasten. Die Kita zählt zu den 20 städtischen Einrichtungen der Kita gGmbH. Im September 2009 soll eine 24-Stunden-Kita bei der Helios Klinik hinzukommen. Foto: Herbert Kewitz

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27. Mai 2008, 06:50 Uhr

Schwerin - Mediziner, Pflegekräfte oder Angestellte in der Gastronomie und Hotellerie – für Schichtarbeiter soll es ab September 2009 in Schwerin die Möglichkeit geben, ihre Kinder in einer 24-Stunden-Kita betreuen zu lassen. Die städtische Kita gGmbH plant eine Einrichtung mit 48 Plätzen auf dem Gelände der Helios Kliniken Schwerin, wie die Geschäftsführerin des Trägers, Anke Preuß, gestern mitteilte. Das Angebot richte sich nicht nur an Klinik-Angestellte, sondern an alle Schichtarbeiter.

Die erste 24-Stunden-Kita in MV wurde im Februar in Neubrandenburg eröffnet. Hier gibt es 24 Plätze und zehn Übernachtungsmöglichkeiten. Die Einrichtung in der Landeshauptstadt sei aber wesentlich größer und dadurch einzigartig, meinte Dieter Niesen, Dezernent für Finanzen, Jugend und Sport in Schwerin. „Eine gute Kinderbetreuung ist für uns ein wichtiger Standortfaktor“, begründete er das Vorhaben.

Wenn die Stadt den Trend des Einwohnerschwundes umkehren wolle, müsse sie stärker in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investieren, so Niesen. Zwar sei das Betreuungsangebot bereits sehr gut. Doch für die rund 22 000 Menschen in Schwerin, die im Schichtdienst arbeiteten, gebe es bislang keine derart flexible Kita.

Mitarbeiter erhalten Betreuungszuschuss
Auch in den Helios Kliniken ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema, wie Personalleiter Bernd Szczotkowski betonte. Deshalb sehe der Tarifvertrag beispielsweise vor, dass Mitarbeiter mit Kleinkindern 100 Euro Zuschuss für die Betreuung bekommen. Genauso hoch werden wahrscheinlich die Mehrkosten für Eltern in der 24-Stunden-Kita gegenüber einer klassischen Einrichtung liegen.

In den Kliniken sei der Bedarf groß, berichtete Szczotkowski. Das gelte nicht nur für Mütter, sondern auch für Väter. Zudem gebe es etliche Paare, die im Krankenhaus arbeiteten und sich derzeit wegen der abwechselnden Kinderbetreuung kaum noch sehen würden.

Nach Angaben von Preuß wird es in der 24-Stunden-Kita feste Hol- und Bringezeiten geben. „Im Vordergrund steht das Wohl der Kinder und nicht das der Eltern oder des Arbeitgebers“, betonte sie. Es sei zum Beispiel nicht vorgesehen, dass Kinder erst vor Beginn der Nachtschicht um 22 Uhr in die Einrichtung gebracht würden. Sie müssten auch nicht direkt nach der Nachtschicht abgeholt werden, sondern könnten bis zum Mittag bleiben.

Geplant sei auch eine Tagesbetreuung. Insgesamt werde aber darauf geachtet, dass kein Kind dauerhaft in der Einrichtung sei. „Wir wollen uns nicht zu einer Wochenkrippe entwickeln“, sagte Preuß. Die Einrichtung werde Kinder ab zweieinhalb Jahren aufnehmen, im Einzelfall aber auch Jüngere. Bis zur Eröffnung könne der Träger frühzeitig erste Anmeldungen entgegen nehmen.

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