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Privaten Jobvermittler gehen die Fachkräfte aus : 20 Jobs - ein Bewerber

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Die privaten Jobvermittler haben 2010 in MV deutlich mehr Erwerbslose wieder in Arbeit bringen können als ein Jahr zuvor. Sie verhalfen 3589 Arbeitslosen mit Vermittlungsgutscheinen zu einem neuen Job – 300 mehr 2009.

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erstellt am 11.Apr.2011 | 06:22 Uhr

Stralsund | Steigende Chancen auf langfristige Jobs in MV: Mehr als jeder zweite von privaten Arbeitsvermittlern in eine neue Beschäftigung vermittelte Arbeitslose hat auch nach einem halben Jahr noch einen festen Job. Angesichts des steigenden Arbeitskräftebedarfs hätten sich die Vermittlungschancen deutlich verbessert, erklärte Dirk Wanka, Landeschef des Rings der Arbeitsvermittler (RdA) gestern in Stralsund. Noch vor zwei Jahren konnten 40 Prozent der Vermittelten nach sechs Monaten noch einen Job nachweisen. Allerdings: Die Privaten konzentrieren sich oft auf flexible, gut ausgebildete Arbeitslose mit besseren Jobchancen.

Inzwischen gehen den schätzungsweise 100 bis 150 privaten Arbeitsvermittlern in MV die Bewerber aus. In der Wirtschaft blieben immer öfter Stellen unbesetzt, weil die Fachkräfte fehlten. Die Nachfrage der Unternehmen könne nicht mehr gedeckt werden, sagte Wanka. Gewerblich technische Berufe, Jobs in der Gastronomie oder in Call-Centern - die Nachfrage nehme stetig zu. Elektriker seien kaum noch zu bekommen, erklärte Wanka. Inzwischen gebe es im Handwerk, in Hotel- und Gaststätten und der Tourismusbranche ein deutlichen Überangebot an offenen Stellen, während die Zahl der Fachleute immer weniger werde. In einigen Bereiche gebe es auf 20 offene Stellen einen Bewerber. Gestern in Stralsund, heute in Neubrandenburg, am Mittwoch und Donnerstag in Schwerin und Rostock: Mit Aktionstagen bieten die privaten Vermittler in dieser Woche in den Arbeitsagenturen Arbeitslosen freie Stellen an.

Wanka forderte eine Kurskorrektur in der Arbeitsmarktförderung. Schweißerpaß oder ein Führerschein für Spezialmaschinen - vielen Bewerbern fehlten nur wenige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jobvermittlung, sagte Wanka. Darauf müssten die Arbeitsagenturen die Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote ausrichten, forderte der RdA-Landeschef: "Bisherige Angebote scheinen oft am Bedarf vorbeizugehen."

3589 ehemaligen Arbeitslosen mit Vermittlungsgutscheinen verhalfen die privaten Arbeitsvermittler 2010 zu einem neuen Job - 300 mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Landesweit waren im vergangenen Jahr in MV knapp 98 000 Erwerbslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert worden - durch eigenes Engagement, mit Hilfe der Arbeitsagenturen, mehr als 5000 machten sich selbstständig, 23 800 erhielten als Saisonkräfte wieder einen Job. "Ein erfolgreiches Jahr", sagte Wanka. Allerdings schränkten die ausbleibenden Bewerber das Vermittlungsgeschäft zusehens ein. Wanka forderte daher, den bisher nur für Bezieher des Arbeitslosengeldes I geltenden Rechtsanspruch auf einen Vermittlungsgutschein auch für Langzeitarbeitslose und Arbeitssuchende einzuführen, die keine Leistungen der Arbeitsagenturen erhielten. Das würde den Bewerberkreis für die offenen Stellen erweitern.

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