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Schwerin : 16 neue Orte auf der Kunst-Landkarte

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Auf den ersten Blick ist es nicht viel: Drei Räume und 27 Exponate. Auf den zweiten Blick wird es mehr: Das ist kein Wunder, denn es sind 16 Künstler, die seit gestern in der MV-Fotogalerie ausstellen.

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erstellt am 28.Apr.2011 | 11:08 Uhr

Auf den ersten Blick ist es nicht viel: Drei Räume, eher Zimmer als Säle, und 27 Exponate. Auf den zweiten Blick wird es mehr: Leinwand, Holz, Bronze, diverser Stein, Ton, Müll - die Materialien sind vielfältig. Das ist kein Wunder, denn es sind 16 Künstler, die seit gestern in der MV-Fotogalerie ausstellen. Es ist für alle eine Premiere, als neue Mitglieder des Künstlerbundes MV. Alle haben entweder die Auswahlkommission des Künstlerbundes überzeugt oder sind bereits Mitglieder in einer der Landesgliederungen des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK). "Ein Aufnahmekriterium ist, dass die Künstler ihren Beruf mit beiden Beinen auf dem Boden ausüben", sagt TO Helbig, Projektleiter, Künstlerbund-Vorstand und Mitglied der Aufnahmekommission.

Beispiele: Schon im Eingang fällt der Blick auf ein Holz-Objekt von Broder Burow. Aus einem Block Leimholz hat der in vielen Sammlungen vertretene Objektkünstler aus Kaarz das geschwungene Dreieck "Kanada" herausgefräst, das in seinen freigelegten Schichtungen an eine Landkarte erinnert - oder aber an das Spiel der Schmiedespuren in damaszeniertem Stahl. Es folgen zwei der "Waldstücke" der Greifswalderin Kathrin Müller, einmal ein Acrylfarben-Bild, einmal fragmentarisch wirkende Ton-Plastiken. In einer Vitrine überrascht eine Schatulle mit mosaikartigen Keramik-Quadraten. Das Objekt entpuppt sich als Franziska Podszucks "Collare urbicus". Die Glieder der von der Rostockerin entworfenen Halskette zeigen, zum Quadrat gelegt, den Wismarer Stadtplan.

Im gleichen Raum stehen drei Ready-Mades des Pampiners Herbert Hundrich: Eine Kaffe-Tüte und zwei aus leeren, übrigens spanischen, PET-Wasserflaschen arrangierte Skulpturen. Schlichtes Klebeband hält den Müll zusammen. Kein Recycling alter Flaschen zu neuen Flaschen, eher aus Alt mach Anderes. Anne-Katrin Altwein aus Ivenack ist mit drei Plastiken aus Bronze und Stein vertreten: "Voyeur", "Bemühtes Sitzen" und das Trio "Gestreckte Hand - Gewölbte Hand - Handschuh".

Mecklenburgs und Vorpommerns Kunst-Landschaften tragen reiche Früchte. Künstler müssen allerdings auch immer Lebenskünstler sein. "Für die allermeisten spielt neben der Kunst als Beruf auch der Brotberuf eine wichtige Rolle", sagt TO Helbig. Das sei aber kein Phänomen des strukturschwachen MV, "sondern ist in allen Bundesländern so". Umso wichtiger sei die gemeinsame Präsentation und der Austausch innerhalb des Künstlerbundes, so Helbig. In der Tat: Was auf den ersten Blick nur drei eher winzige Räume waren, ist auf den letzten Blick eine ganze Menge Kunst.

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