16 Menschen starben 2008 bisher in MV in Binnenseen und Ostsee

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15. September 2008, 02:42 Uhr

Rostock/Stralsund - In Mecklenburg-Vorpommern starben in diesem Jahr bisher 16 Menschen in Binnenseen und in der Ostsee. Zehn Menschen kamen beim Baden und vier bei Sportbootunfällen ums Leben, wie der Sprecher der Wasserschutzpolizeidirektion, Christian Böhl, am Montag sagte.

Zwei weitere Menschen gelten noch als vermisst. Neben einem Segler, der im Mai im Haff vor Ueckermünde über Bord ging, wird noch der 55-jährige Großvater des dreijährigen Mädchens vermisst, das Ende Juli im Tollensesee ertrank. Im vergangenen Jahr starben ebenfalls zehn Menschen beim Baden, drei bei Sportbootunfällen.

Die Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft retteten eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr allerdings mehr als doppelt so viele Menschen vor dem Ertrinken wie 2007. Insgesamt 67 Mal bewahrten sie überwiegend Kinder oder ältere Menschen vor dem Tod. Ihre Kollegen von der DRK-Wasserwacht verzeichneten in diesem Jahr 38 dieser meist dramatischen Rettungseinsätze.

Ursachen seien in den meisten Fällen Leichtsinn und die Überschätzung der körperlichen Kräfte, sagte der Leiter der DRK-Wasserwacht, Thomas Powasserat. Mehr als 2400 Rettungsschwimmer von Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft und DRK-Wasserwacht waren in diesem Jahr an den Stränden im Einsatz.

DLRG-Landespräsident Mathias Löttge verwies darauf, dass etwa am 13. August viele Badegäste die roten Flaggen missachtet und sich in die aufgewühlte Ostsee begeben hätten. Einige seien unbemerkt in den Bereich der Buhnen geraten, acht Menschen verdankten allein an diesem Tag den DLRG-Rettern ihr Leben.

Die Rettungsschwimmer der DLRG haben den Angaben zufolge insgesamt 145 und die der Wasserwacht 164 Menschen aus Notsituationen gerettet. Angesichts der Zahlen sprach sich Powasserat für einen Badestellenerlass aus. „Rund 80 Prozent der tödlichen Badeunfälle passieren an Binnenseen.“ Dort werde bisher zu wenig getan, um die Sicherheit von Badegästen zu gewährleisten.

Auch wenn die Rettungsschwimmer auf den meisten Türmen die Saison in diesen Tagen beenden, ist mit dem beginnenden Herbst die Wassersportsaison noch nicht vorbei. Bootsführer sollten vor allem die Gefahr von Herbststürmen nicht unterschätzen, warnte Christian Böhl von der Wasserschutzpolizei.

Als erfolgreich stufte die DLRG das Pilotprojekt „Kinderarmband“ ein. Insgesamt wurden auf dem Darß mehr als 4600 Kinderarmbänder verteilt, mit denen die Suche nach den Kleinen am Strand erleichtert werden soll.

Trotzdem suchten in diesem Jahr allein an den DLRG-Strandabschnitten in 625 Fällen Kinder ihre Eltern oder Eltern ihre Kinder. Im vergangenen Jahr wurden 596 solcher Meldungen registriert. Auch für die Wasserwacht sind Kinder, die am Strand ihre Eltern suchen, ein zunehmendes Problem.

In Warnemünde gab es Tage, an denen bis zu 30 Kinder am Strand verloren gegangen seien, sagte Powasserat. Deshalb will das Deutsche Rote Kreuz in den kommenden Jahren die Präventionsarbeit auf diesem Gebiet verstärken.

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