16-Jähriger legte wohl die Brände

Wieder sollten gestern Flammen lodern, sollte die Feuerwehr mit Martinshorn durch Wittenberge rasen. Zum Zündeln hatte der 16-jährige Brandstifter sich den Dachboden eines an die Lenzener Straße 12 angrenzenden Schuppens ausgesucht. Zum letzten Mal häufte der junge Mann dort Brennbares auf, zündete es an. Polizeibeamte hatten ihn schon im Visier, sie schnappten ihn.

svz.de von
16. Oktober 2008, 08:08 Uhr

Wittenberge - Erleichtert und doch auch etwas bedrückt, so bezeichnet Wittenbergers Wehrchef Chris Brandt die Stimmung der Kameraden. Denn der junge Mann, dem sechs Brände in unbewohnten Häusern und einer in einem bewohnten Mehrfamilienhaus zur Last gelegt werden, war zu Jahresbeginn in den aktiven Dienst der Wehr eingetreten, hatte sich zuvor bei der Jugendabteilung die wichtigsten Handgriffe eines Kameraden angeeignet. Der Wehrchef beschreibt den Auszubildenden als „engagiert, wissbegierig, teilweise übermotiviert“.

Bei der Feuerwehr fühle er sich gebraucht, hat der Heranwachsende, der sich nun vermutlich wegen mehrfacher Brandstiftung zu verantworten hat, den Kriminalisten bei den gestrigen Vernehmungen als Motiv für sein Zündeln angegeben. Er sei weitgehend geständig. Das berichten Kripo-Chef Ulf Utikal und Wittenberges Kripo-Leiter Björn Hartmann.

Der Brandstifter hat in Wittenberge in den letzten Tagen Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Als es Montagabend in der Röhlstraße 9 brannte, mussten im Nachbarhaus Mieter ihre Wohnungen verlassen, hoffend, dass ihr Eigentum unbeschadet bleibt. Zittern und Bangen auch am Dienstag, als auf dem Boden in der Stein-Hardenberg-Straße 28 Flammen an den Deckbalken leckten. Mit jeder Tat kamen die Polizisten, die vom LKA und der Landeseinsatzeinheit der Polizei unterstützt wurden, dem Täter näher, bis sie das Netz zuziehen konnten.

Gestern dann beobachteten Polizeibeamte schließlich, wie der von ihnen Verdächtigte das leerstehende Haus in der Lenzener Straße betrat. Nachdem er es verlassen hatte, gingen die Beamten hinein, fanden das frisch gelegte Feuer, löschten es, folgten dem Tatverdächtigen und nahmen ihn auf dem Weg zur Feuerwehr fest. „Wir danken allen, die an dem Erfolg beteiligt sind“, so gestern der Prignitzer-Polizeichef Udo Becker.

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