14 Jahre debattiert – Stadt zieht Schlussstrich

Nach langem Hick Hack, der Anfertigung von Gutachten, Beschlüssen und zahlreichen Beratungen hat sich die Stadtvertretersitzung nun zur Neugestaltung des Kirchenplatzes bekannt.

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24. April 2008, 07:55 Uhr

Ludwigslust - Seit 1994 ringt die Stadt mit Anwohnern des Kirchenplatzes um eine Neugestaltung, die Stadtvertreter haben in ihrer letzten Sitzung nun die Marschrichtung mit einem Sanierungskonzept vorgegeben.

Ebenfalls saniert werden soll der gegenüberliegende Bereich des Bassins. Was auch bedeutet, dass einige der prächtigen Linden gefällt oder gestutzt werden müssen. So gilt auf dem Kirchenplatz, wie am Bassin und dem Bereich dazwischen, das nach Hofbaumeister Johann Joachim Busch entworfene Prinzip, die Kirche als klaren Blickpunkt zu positionieren. Die hohen Linden hingegen verfälschten die Proportionen des Platzes. Sie sollen auf Höhe der umliegenden Häuser gekappt werden, um ein einheitliches Bild zu erzeugen.

Einzelne Bäume werden entfernt
„Wir werden aber auch einzelne Exemplare, die sehr stark beschädigt sind oder den Verkehr gefährden, entfernen“, sagte Holger Böwe vom Bauamt der Stadt. Zudem werden zusätzliche Linden gepflanzt um die lichten Reihen zu schließen.

Ganz genau hörten auch zahlreiche Anwohner des Kirchenplatzes zu, die die kommende Sanierung mit Argwohn betrachten. Fritz Drawe ist 69 und wohnt seit 1943 am Kirchenplatz. Seine Sorge ist, dass der nun geplante Asphalt-Weg deutlich näher an die Häuser heranrückt, als im Plan von Busch, auf den sich die Sanierung bezieht, vorgegeben. „Details wurden und werden nie genannt, die Bürger von der Planung ausgeschlossen“, sagt der Ludwigsluster. Auf neun Meter soll die Straße, die gleichzeitig Fahr-, Geh- und Radweg sein soll, an die Häuser reichen. Rechtlich gebe es keine Bedenken, schließlich sei die Stadt Eigentümer des gesamten Geländes, einschließlich der Vorgärten, die nach dem Beschluss einheitlich gestaltet werden sollen. Dabei entspräche der jetzige Sandweg den Originalplänen, sagt Fritz Drawe. Ein Antrag der CDU in der Stadtvertretung, die Bürger zu einer Fragestunde anzuhören, wurde abgelehnt.

Buckelpiste an derStadtkirche bald adé
Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann wies darauf hin, dass die Stadt für das Projekt Fördergelder benötige, deren Beantragung noch in diesem Jahr erfolgen muss. Doch dazu müssten konkrete Beschlüssen gefasst werden.
Freuen können sich Anwohner, die im Weg „An der Stadtkirche“ wohnen, denn die Buckelpiste, die in den letzten Jahren für Verärgerung sorgte, soll im Entwurf als Entlastung des Verkehrs auf dem Kirchenplatz ausgebaut werden. Die Wege des Zwischenplatzes, die parallel zum Ehrenfriedhof verlaufen, werden ebenfalls befestigt. Wann allerdings erste Ausschreibungen und Bauarbeiten beginnen könnten, war gestern noch unklar.

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