1234,8 Meter Spielzeug-Autos - Rostocker gewinnen Tunnel-Wette

Diese Niederlage nimmt die Warnowquerung GmbH und Co. KG gerne in Kauf: Die Rostocker haben es gegen ihre Wette tatsächlich geschafft, den Warnowtunnel mit Spielzeugautos zu durchqueren. Stoßstange an Stoßstange gestellt, haben Matchbox und Mini- Trucks die Unterführung sogar eineinhalb Mal passiert. Tunnel-Chef Matthias Herrmann will damit ins Guinnessbuch.

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14. September 2008, 08:00 Uhr

Rostock - Es war eigentlich nur so eine Idee. Eine Wette, die als Aufhänger des fünften Warnow-Tunnel-Geburtstages dienen sollte. „Nie im Leben hätten wir gedacht, dass sich so viele Rostocker daran beteiligen“, sagt Jörn Anders, Sprecher der Warnowquerung GmbH und Co. KG. In der Tat: Die Rostocker waren fleißig.

150 Familien sind mit Kartons unterm Arm in die drei Spardabank-Filialen der Stadt und das Tunnel-Servicecenter marschiert, um Spielzeug-Autos in einer Länge zwischen 6 und 45 Zentimetern abzugeben. In zwei Wochen kamen so 11476 Autos zusammen.

Weil darunter jede Menge Biertrucks waren, wurde die Autoschlange noch länger als erwartet: genau einen Kilometer und 234, 8 Meter lang. Der Tunnel misst nur 790 Meter. Um trotzdem jedes Auto aufzustellen, öffneten die Helfer der Warnowquerung einfach eine zweite Spur. Mehr als eineinhalb Mal wurde so der Tunnel durchquert. „Das ist doch wirklich verrückt“, sagt Anders. Und: „Tausend Mal Danke an die Rostocker, wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat.“

Ein hoher logistischer Aufwand stand hinter der Wette. Damit auch jeder Teilnehmer seine Autos wiederbekommt, wurde jedes Auto nummeriert. 11476 kleine, weiße Klebezettelchen mit einer computergeschriebenen Nummer darauf. Aber nur eine von ihnen konnte den VW Fox gewinnen – für ein Jahr, die Unterhaltung und Sprit inbegriffen.

Paul holt sich den Schlüssel

Jens Stramkowski (28), Stürmer bei den Rostock Pirhanas, zog das Glückslos. Die Nummer: 7559. Hinter diesen Ziffern stehen Paul Friedrich und seine Familie. Die Toitenwinkler haben nicht nur den Hauptpreis gewonnen. Sie sind auch die Familie, die am meisten Autos abgegeben hat – nämlich 376. Das allein brachte im Tunnel 48,83 Meter. Paul hat den Vox-Schlüssel als erster in die Hand genommen: „Ich fahre aber lieber weiter mein 20er-Mountain-Bike.“

Das Tunnel-Team hat seine Wette verloren, denn die Rostocker haben es gepackt. Ihre Wettschulden kommen einem FC-Hansa-Nachwuchstalent zu Gute. Anders: „Wir finanzieren ein Jahr lang die Ausbildung in der Fußball-Akademie.“

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