100 Arbeitsplätze fallen weg

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05. Juni 2008, 08:54 Uhr

Rostock - Noch um 12 Uhr mittags am gestrigen Donnerstag dementierte die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines unseren Zeitungsbericht vom Morgen über bevorstehende Entlassungen. Konzernsprecher Frank Havemann sagte auf NDR 1, Scandlines halte sich an die Festlegungen im Kaufvertrag. In den kommenden zweieinhalb Jahren werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Um 14.30 Uhr dann das Eingeständnis: Unsere Berichterstattung hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, die Fährreederei will tatsächlich 100 ihrer 2600 Stellen in Deutschland und Dänemark abbauen. Grund seien einerseits Umstrukturierungen infolge der neuen Gesellschafterstruktur, teilte das Unternehmen an seinem Rostocker Sitz mit. Andererseits reagiere es damit auf die gesunkenen Wachstumserwartungen infolge der weltweiten Finanzkrise, auf den gestiegenen Ölpreis und die wachsende Konkurrenz. Abgebaut werde in der Verwaltung, die Schiffsbesatzungen seien nicht betroffen. Die Deutsche Bahn und das dänische Transportministerium hatten die bis dahin gemeinsam gehaltene Reederei im vergangenen Jahr an die Finanzinvestoren Allianz Capital Partners und 3i sowie die Deutsche Seereederei DSR verkauft, die den deutschen und den dänischen Teil des Unternehmens in eine Holding zusammenführten. Dadurch gibt es laut Scandlines nun Doppelbesetzungen, die abgebaut werden sollen.

Ziel sei, die Verwaltung an den Standorten Rostock und Kopenhagen zu konzentrieren. Daher ist damit zu rechnen, dass der Stellenabbau vor allem die Niederlassungen in Puttgarden und Sassnitz treffen wird. Laut Scandlines-Geschäftsführer John Steen-Mikkelsen sei aber mit den Arbeitnehmervertretungen vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen weitgehend vermieden werden. Steen-Mikkelsen kündigte an, nach Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent in den vergangenen Jahren müsse in diesem Jahr mit deutlich geringerem Zuwachs gerechnet werden.

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