10 Millionen Euro für Rostocks Kitas

Freuen sich, dass sie endlich einen schönen neuen Gruppenraum und Spielplatz bekommen: Svea, Julia, Lena, Gina, Malte, Huan und Dennis von der Kita Sonnenblume in Lichtenhagen. Foto: Ove Arscholl
Freuen sich, dass sie endlich einen schönen neuen Gruppenraum und Spielplatz bekommen: Svea, Julia, Lena, Gina, Malte, Huan und Dennis von der Kita Sonnenblume in Lichtenhagen. Foto: Ove Arscholl

Viele Rostocker Kitas geben kein gutes Bild ab. Jetzt will die Stadt 18 Einrichtungen auf Vordermann bringen – und zwar binnen fünf Jahren. Möglich macht das ein Sanierungspakt zwischen Trägern und der Stadt. Sozialsenator Wolfgang Nitzsche geht trotz einer Investition von zehn Millionen Euro von sinkenden Elternbeiträgen aus.

svz.de von
01. August 2008, 09:40 Uhr

Rostock - Die Kinder in der Kita Sonnenblume in Lichtenhagen sind die ersten, die profitieren. Jahrelanh hat sich hier nichts getan. Für 1,3 Millionen Euro wird das marode Haus aus DDR-Platte nun saniert. Baustart noch in diesem Jahr. „Dann ist auch das letzte unserer Gebäude endlich saniert“, freut sich Joachim Ahrend vom Trägerverein Institut Lernen und Leben. Weitere 17 Kitas sollen binnen der nächsten fünf Jahren folgen. Zehn Millionen Euro will die Stadt verbauen. Ein gewaltiger Brocken. Ein vieldiskutiertes Sanierungsmodell soll das ehrgeizige Vorhaben möglich machen.

Mieteinnahmen fließen in Modernisierung
Ende des Jahres laufen eine Reihe so genannter Dach- und Fachverträge aus, die die Stadt mit Kitaträgern vor Jahren abgeschlossen hat. Dach- und Fach, weil die Nutzer nicht nur für die fachliche Betreuung der Kinder zuständig sind, sondern auch für das Gebäude. Doch dieses Konzept ist gescheitert. Viele Kitas sind marode. Den Sanierungsstau in allen 72 Einrichtungen beziffert die Verwaltung auf bis zu 16 Millionen Euro. Mit Abstand am schlimmsten sieht es allerdings für die Dach-und-Fach-Kitas aus. Diesem Konzept setzt die Stadt nun Mietverträge gegenüber. Kurzum: Die Stadt kassiert Miete und modernisiert im Gegenzug.

„Wir werden 100 Prozent der daraus erzielten Einnahmen in die Sanierung stecken“, schildert KOE-Chefin Sigrid Jäkel. Der Eigenbetrieb handelt derzeit die neuen Verträge mit den Trägern aus. Die Bereitschaft zum Wechsel sei sehr groß, beteuert Jäkel.

Neben den Mieteinnahmen kann der Sanierungsträger KOE auf weitere Geldquellen zurückgreifen. Denn das Land speist ab diesem Jahr gleich mehrere Fördertöpfe. Fünf Millionen Euro könnte Rostock aus dem Paket Kindertagesförderung anzapfen, weitere 500 000 Euro aus dem Programm „Energetische Erneuerung“. Geld, das ausschließlich in die Modernisierung städtischer Kitas gesteckt werden kann.

Nachvollziehbarer Kriterienkatalog
Deshalb rechnet Rostocks Sozialsenator Wolfgang Nitzsche trotz der geplanten Millionen-Investitionen mit einem positiven Effekt auf künftige Elternbeiträge. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sowohl Eltern als auch die Stadt finanziell entlastet werden.“ Unter normalen Umständen wirken sich kostspielige Investitionen auf die Gebühren aus. Konkretes muss allerdings Jahr für Jahr zwischen Stadt und Träger ausgehandelt werden.

Für etwas Unruhe könnte auch die Reihenfolge sorgen. Zwar erhalten alle Kitas eine Zusage, dass sie innerhalb von fünf Jahren saniert werden. Nur das Wann behält sich die Stadt vor. Ein transparenter und nachvollziehbarer Kriterienkatalog soll Neid und Missgunst gar nicht erst aufkommen lassen. Demnach will der Eigenbetrieb KOE zunächst dort anpacken, wo Legionellen im Leitungswasser die Gesundheit gefährden, der Brandschutz nicht sichergestellt ist und Wärmedämmung fehlt.

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