Weihnachtsspendenaktion Wünschewagen : Eine besondere Art von Glück

„Manchmal muss man einfach nur da sein“: Sandra  Fotos: dörte rahming
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„Manchmal muss man einfach nur da sein“: Sandra Fotos: dörte rahming

Schulung für Begleiter des ASB-Wünschewagens

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03. Dezember 2020, 05:00 Uhr

Zum Fußball ins Ostseestadion, Eis essen am Strand, Kaffee trinken mit der Schwester, ins Restaurant, ins Konzert oder auf den Campingplatz - wenn todkranke Menschen noch einmal eine besondere Freude erleben möchten, kommt beim ASB ein Räderwerk in Bewegung, und dann steht bald der Wünschewagen vor der Tür. Manche Wünsche sind leicht zu erfüllen, andere erfordern mehr Organisation. Aber: Sie werden wahr. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt in jedem Bundesland einen solchen speziell ausgebauten Wagen. Er erfüllt die gleichen Anforderungen wie ein normaler Krankenwagen, aber die medizinischen Geräte sind weitgehend versteckt, die Rundum-Verglasung ermöglicht dafür einen guten Ausblick. „Aber reingucken kann man nicht“, beruhigt Projektleiterin Bettina Hartwig. Der Wünschewagen für Mecklenburg-Vorpommern startet in Bad Doberan, ist aber im ganzen Land unterwegs – und auch darüber hinaus.

„Etwas Sinnerfüllendes tun“: Diana (li.) und Karen.
„Etwas Sinnerfüllendes tun“: Diana (li.) und Karen.
 

Oft werden die Patienten von einem Angehörigen begleitet, in jedem Fall aber von zwei oder drei Betreuern. Wie diese Fahrten ablaufen, was genau zu beachten ist – das erfahren die Ehrenamtler während einer Schulung. Sie lernen den Wagen kennen, auch der Kontakt untereinander ist wichtig. Aber es wird niemand verpflichtet. „Manche sagen hinterher, das hab ich mir so nicht vorgestellt, das schaff ich nicht“, sagt Hartwig. „Das steht jedem frei.“

Unentgeltlich in der Freizeit unterwegs

Wenn sie aber dabei bleiben, sind sie ehrenamtlich unterwegs, also unentgeltlich und in ihrer Freizeit. Derzeit gibt es im ganzen Land gut 70 Helfer, weitere sind jederzeit willkommen. Denn manche begleiten nur drei oder vier Fahrten und melden sich danach nicht mehr. „Vielleicht ist das auch gesund, denn die psychische Belastung ist sehr groß“, weiß die Projektleiterin. Wer eine seelsorgerische Betreuung braucht, bekommt sie beim ASB.

Viele der Helfer sind Krankenschwestern, Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter. „Zu Anfang hatten wir alle möglichen Berufsgruppen“, erzählt Hartwig. „Aber wir haben gemerkt, es sollten besser Menschen sein, die beruflich wissen, wie man mit der psychischen Belastung umgeht.“ Zwar gehen diese Fachkräfte ohnehin ständig mit Kranken um, aber sie sagen, diese Fahrten seien etwas anderes. Abgesehen davon brauchen die meisten der Wünschenden medizinische Pflege. Viele kommen aus Palliativstationen oder Hospizen.

Gibt statt Geld etwas von ihrer Zeit und ihrer Kraft ab: Vivien.
Gibt statt Geld etwas von ihrer Zeit und ihrer Kraft ab: Vivien.
 

Bei der letzten Schulung in Rostock waren zwölf Freiwillige aus dem ganzen Land dabei. Sandra, eine Rostocker Krankenschwester, wurde durch einen besonderen Sterbefall auf ihrer Station angeregt mitzumachen. „Mir wurde damals gesagt, ich treffe den richtigen Ton im Umgang mit den Betroffenen“, erzählt sie. Diana aus Kühlungsborn ist schon Rentnerin und hat eine Sinnerfüllung für sich selbst gesucht. Sie fürchtet die psychische Belastung nicht: „Ich war lange Intensiv-Krankenschwester, da hatte ich das immer.“

Für Karen aus Elmenhorst ist es wichtig, ein bisschen vom Guten im eigenen Leben weiterzugeben. „Und ich werde sehen, ob ich den psychischen Druck allein bewältige. Wenn nicht, suche ich mir jemanden zum Reden, mit Sicherheit.“ Henry aus Rostock, ausgebildeter Krankenpfleger, war zwei Jahre im Hospiz tätig. „Das war die ehrlichste Arbeit mit Patienten und Angehörigen“, sagt er. „Ich finde, das hier ist absolut sinnstiftend.“ Die 19-jährige Vivien erzählt: „Ich wurde an einem ASB-Stand um Spenden gebeten. Ich bin noch in der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, da habe ich nicht viel Geld. Also habe ich mich entschieden, hier mitzumachen.“

So können Sie für den Wünschewagen spenden

Helfen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, letzte Wünsche zu erfüllen.
Spendenkonto: ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“
Spenden für die Prignitz
ASB-LV Brandenburg e.V.
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401
Benötigen Sie eine Spendenquittung, schreiben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck.
Wunschanmeldungen sind unter www.wuenschewagen-mv.de und unter www.asb-lv-bbg.de/wuenschewagen möglich.
 

Und die Ehrenamtler werden wirklich gebraucht, denn die Zahl der Wünschefahrten nimmt ständig zu. 2019 waren es 70 im ganzen Jahr, 2020 sind es jetzt schon so viele. Meist vergehen zwischen Anmeldung und Wunsch-Erfüllung nur ein paar Tage. Der Ausflug ist kostenfrei und unabhängig vom Alter – „wir hatten schon alles zwischen 18 Monaten und 101 Jahren“, sagt Hartwig. Die gelernte Rechtsanwalts-Fachangestellte hat zu Anfang selbst Fahrten begleitet, jetzt organisiert sie sie.

Ausschließlich aus Spenden finanziert

Finanziert werden Wagen und Wünsche ausschließlich aus Spenden. Wie lange eine Tour dauert, ist oft nicht vorauszusehen, denn die Wünsche des Gastes sind der einzige Maßstab. „Die Krankheit und das Sterben sind für die allermeisten während der Fahrt überhaupt kein Thema“, hat sie erlebt. „Sie freuen sich einfach nur über alles, was sie erleben, hören, sehen und fühlen. Vielleicht klingt das komisch, aber ich hatte oft das Gefühl, dass die Leute glücklich waren - das Leuchten in den Augen, die Zufriedenheit.“ Das bestätigen auch die Rückmeldungen: Da ist von Momenten des Glücks und tiefer Dankbarkeit die Rede, von unbeschreiblicher Freude für die Betroffenen und die Angehörigen.

Es ist auch schon einmal vorgekommen, dass der Patient während des Ausflugs stirbt. „Aber wenn das genau in dem Moment passiert, wenn er den Strand nochmal gesehen hat, dann ist das doch das Beste, was diesem Menschen passieren kann“, meint Ehrenamtlerin Sandra und lächelt.

So können Sie für den Wünschewagen spenden

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Mehr Informationen finden Sie unter: www.wuenschewagen-mv.de



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