Weihnachtsaktion „Wünschewagen“ : Diese Spende ist Herzenssache

Olaf Neidel ist überzeugt, dass die Spendenaktion unserer Zeitung die Bedürftigen erreicht.
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Olaf Neidel ist überzeugt, dass die Spendenaktion unserer Zeitung die Bedürftigen erreicht.

Olaf Neidel unterstützt unsere Aktion mit 5000 Euro und hofft auf noch mehr. Das Geld kommt bei den Menschen an

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04. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Olaf Neidel hat eine klare Philosophie: „Wenn es mir gut geht, soll es meinen Mitarbeitern auch gut gehen und wenn es uns allen gut geht, kann man sich sozial engagieren.“ Der Geschäftsführer der gleichnamigen Sachverständigengesellschaft in Perleberg hat das getan und 5000 Euro für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) gespendet.

Die Entscheidung habe er spontan getroffen, aber auf der Suche nach dem richtigen Projekt sei er schon lange gewesen. „Bei internationalen Organisationen wie dem Kinderhilfswerk frage ich mich, wo bleibt das viele Geld?“, sagt Olaf Neidel. Deshalb falle es ihm schwer, diese zu unterstützen. Ein persönlicher Schicksalsschlag lenkte seine Aufmerksamkeit auf den ASB.

„Nach einer Gehirnblutung wurde meine Mutter dement, kann nun nicht mehr selbstständig in ihrer Wohnung leben“, erzählt er. Seit einem Rückfall verschlechtere sich ihr Zustand weiter. Was passiert mit so einem Menschen, welche Wünsche hat er noch und kann er diese äußern?“, fragte sich Neidel.

Er nahm Kontakt zur Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz auf, informierte sich über deren Arbeit und war beeindruckt. Insbesondere das Engagement im Kinderhospiz berührte ihn. „Wir haben schon gelebt, aber die Kinder haben ihr Leben ja erst noch vor sich.“ Nach einem weiteren Telefonat spendete er 5000 Euro für die Hospizarbeit.

Ehrenamtlich sind Mitarbeiter des ASB in ganz Brandenburg unterwegs, um Wünsche von Sterbenden zu erfüllen. Das Spezialfahrzeug hilfr beim Befördern der Kranken.
Foto: www.gordonwelters.com
Ehrenamtlich sind Mitarbeiter des ASB in ganz Brandenburg unterwegs, um Wünsche von Sterbenden zu erfüllen. Das Spezialfahrzeug hilfr beim Befördern der Kranken.
 

Auf der Homepage der Hospizgesellschaft las Neidel erstmals etwas über den Wünschewagen, begann sich auch dafür zu interessieren. Wie der Zufall es wollte, stellten wir am Tag darauf den Wünschewagen in unserer Zeitung vor, starteten unsere Spendenaktion. „Jetzt weiß ich, dass ich mit meinem Geld wirklich die Menschen erreiche“, meint Olaf Neidel und überwies seine großzügige Spende.

„Das ist eine ganz tolle Idee, das Konzept des Wünschewagens hat mich überzeugt.“ Ihm gehe es nicht nur um eine Überweisung, um ein reines Geldgeschenk. Er wolle mit seiner Spende etwas bewirken, Gefühle erzeugen. Die Reaktionen der Wünschewagen-Crew hätten gezeigt, dass ihm dies gelungen sei. „Mit ihrer wichtigen und ehrenamtlichen Arbeit beweisen sie, dass wir vor unserer Haustür etwas machen müssen und können.“ Den letzten Wunsch eines Sterbenden zu erfüllen, sei eine wunderbare Sache. Er könne sich vorstellen, dieses Projekt langfristig zu unterstützen. Mitarbeiter des ASB werden noch vor Weihnachten mit dem Wagen nach Perleberg kommen, um sich persönlich bei ihm zu bedanken.

Olaf Neidel ist gebürtiger Perleberger, hat hier sein Abitur gemacht und in Hamburg studiert. Nach mehreren beruflichen Stationen eröffnete er 2010 sein Büro in Perleberg, beschäftigt zwölf Mitarbeiter. „Wir erstellen Gutachten über Messungen im Straßenverkehr.“ Bei Rot über die Kreuzung, zu dicht am Vordermann oder vom Blitzer erfasst – wer solche Messergebnisse anzweifelt, kann sich über seinen Anwalt an Olaf Neidel wenden.

Das Geschäft laufe gut und der Sachverständige ist überzeugt, dass auch andere Mittelständler in der Prignitz mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden sein können. „Ich würde mir wünschen, dass auch sie sich an der Spendenaktion für den Wünschewagen beteiligen“, sagt Olaf Neidel.

So können Sie helfen

Die Adventszeit ist die Zeit der Familie. Wir freuen uns auf Weihnachten, auf ausgelassene Fröhlichkeit und darauf, dass sich der eine oder andere lang gehegte Wunsch erfüllt. Auch in unserer diesjährigen Weihnachtsaktion geht es um Wünsche. Um letzte Wünsche. Und um Menschen, die niemanden haben, der sie ihnen erfüllen kann.

Seit Juni gibt es einen Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch in Brandenburg seit 2016. Inzwischen haben sich über 50 Menschen um ein Team geschart, die im Ehrenamt, in ihrer Freizeit anderen Menschen ihren letzten Wunsch erfüllen. Rettungssanitäter, Krankenschwestern, Palliativ-Assistenten... Der ASB hat einen Rettungswagen ausgebaut, so dass schwerkranke Menschen damit befördert werden können. Es geht um Schwerstkranke in der letzten Phase ihres Lebens. Und es geht um vergleichsweise kleine Wünsche. Die Rollstuhlfahrerin, die noch einmal die Füße in die Ostsee stecken will. Den  Senior, der noch einmal in einer ganz bestimmten Bäckerei in Zingst ein Stück Kuchen essen möchte. Den an Krebs erkrankten 22-Jährigen, der Hansa Rostock im Stadion spielen sehen will. Es gibt auch Kinder an Bord...

Manchmal ist der Tod schneller als der Wünschewagen. Auch deshalb wollen wir mit unseren  Lesern helfen, die beim ASB angemeldeten Wünsche von Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern oder der Prignitz schnell erfüllen zu können. Die Fahrten werden ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert. Projektleiterin Bettina Hartwig beziffert den Spendenbetrag, der für ein Jahr erforderlich ist, auf 70 000  Euro.

Wir sagen, es ist Zeit, etwas für unsere Mitmenschen zu tun, die sich nicht selbst helfen können. Schirmherrin unserer Aktion ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Helfen Sie bitte mit bei der gemeinsamen Weihnachtsaktion unserer Zeitung und des  ASB.  Helfen Sie anderen Menschen. Oft zeigt schon ein kleiner Betrag eine große Wirkung. Ihre Schweriner Volkszeitung

Kontodaten
ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Spenden für die Prignitz:

ASB-LV Brandenburg e.V.
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihre Adresse und Ihren Namen in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung nicht als Spender genannt werden möchten.

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