Das Team der Palliativstation des KMG-Klinikums Güstrow hat ein Herz für seine Patienten und macht regelmäßig kleine und große Wünsche möglich. Zu ihnen gehören unter anderem Oberärztin Dr. Anja Kurstedt, die Schwestern Franziska Vahst und Uliana Lylyk, Pysiotherapeutin Ellen Brumberg und Verena Pommerencke vom Sozialdienst (v.l.).
Das Team der Palliativstation des KMG-Klinikums Güstrow hat ein Herz für seine Patienten und macht regelmäßig kleine und große Wünsche möglich. Zu ihnen gehören unter anderem Oberärztin Dr. Anja Kurstedt, die Schwestern Franziska Vahst und Uliana Lylyk, Pysiotherapeutin Ellen Brumberg und Verena Pommerencke vom Sozialdienst (v.l.).

Spendenaktion Wünschewagen : Ein Herz für die Patienten

Seit 2017 unterstützt das KMG-Klinikum den Wünschewagen – zuletzt unternahm eine Patientin der Palliativstation eine letzte Reise.

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04. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Es sollte ihre letzte Reise werden. Einmal noch wollte die unheilbar kranke Patientin das Meer sehen. Ein bescheidener Wunsch, wie so viele letzte Sehnsüchte, die das Wünschewagen-Team des Arbeiter-Samariter-Bundes gerne und ehrenamtlich erfüllt. An den Strand von Warnemünde wurde die 57-Jährige begleitet. Schnupperte die frische Seeluft und lauschte dem Rauschen der Wellen.

„Es war wie ein Loslassen“, beschreibt Oberärztin Dr. Anja Kurstedt, die die Palliativstation des Güstrower KMG-Klinikums leitet. Hier wurde die Patientin medizinisch betreut und hier machte sie auch ihren letzten Atemzug. Unmittelbar nach der Erfüllung ihres letzten großen Wunschs. „Das war sehr emotional für alle Beteiligten und wir sind froh, dass wir die Patientin vorschlagen und ihre diese letzte Reise ermöglichen konnten“, sagt Anja Kurstedt.

Durch die Schwere der Erkrankung entsteht bei den Betroffenen plötzlich ein ganz großes Chaos im Leben. Oberärztin Dr. Anja Kurstedt
 

In den regelmäßigen Teamsitzungen komme immer mal wieder das Thema Wünschewagen auf. Gemeinsam werde überlegt auf welchen Patienten das Angebot passen könnte, macht die Medizinerin deutlich.

„Dazu gehört auch sehr viel Feingefühl. Durch die Schwere der Erkrankung entsteht bei den Betroffenen plötzlich ein ganz großes Chaos im Leben“, erklärt sie weiter. Nicht jeder Betroffene sei bereit dafür. Ein letzter großer Wunsch habe stets auch etwas Endliches. „Darum überlegen wir immer gemeinsam, ob das Angebot passen könnte“, sagt Anja Kurstedt.

Patientin mit dem Traum vom Meer

Für die Patientin mit dem Traum vom Meer sei die Entscheidung genau richtig gewesen. „Es gab nur wenig Kontakt zur Familie, da war niemand, der es vermochte, diesen letzten Wunsch zu erfüllen“, erinnert sich Anja Kurstedt.

Kollegin Verena Pommerencke vom Sozialdienst des Klinikums hatte damals den Antrag beim Wünschewagen-Team gestellt. „Die Rückmeldung kam sehr schnell. Schon nach drei bis vier Tagen ging es los“, erzählt sie. Eigentlich, so erinnern sich die beiden Frauen, habe bei ihr die Entlassung ins Hospiz angestanden. „Aber das Leben macht, was es will“, beschreibt Anja Kurstedt.

Eine tolle Leistung, die diese Menschen vollkommen ehrenamtlich vollbringen. Verena Pommerencke
 

Dennoch sei die Palliativstation kein Ort des Sterbens, betont die Ärztin. Dort werden Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen und fortschreitenden Erkrankungen behandelt. Hier wird Lebenszeit gewonnen, die Lebensqualität verbessert. Das Ziel sei stets die Entlassung in die Häuslichkeit, eine Pflegeeinrichtung oder ein Hospiz.

„Darum nutzen wir sicher auch seltener das Angebot des Wünschewagens, als es im ambulanten Bereich der Fall ist“, erklärt Anja Kurstedt und ergänzt: „Es ist aber wirklich eine tolle Möglichkeit, ein gutes ergänzendes Angebot und es trägt den Palliativgedanken sehr gut.“ Auch sei die Arbeit des Teams sehr lobenswert.

„Eine tolle Leistung, die diese Menschen vollkommen ehrenamtlich vollbringen“, resümiert Verena Pommerencke, die sich auch gerne an eine weitere Fahrt erinnert. Ein Patient der HNO-Abteilung wollte auf dem Weg ins heimat- und familiennahe Hospiz noch ein letztes Mal seine Tiere sehen. Auch diesen Krankentransport habe das Team des Wünschewagens möglich gemacht. „Das war auch sehr schön“, erinnert sich Verena Pommerencke.

Klinikum unterstützt Wünschewagen-Aktion

Seit 2017 unterstützt das Güstrower KMG-Klinikum den Wünschewagen des ASB. „Es ist ein fantastisches Projekt, in dem sich Menschen ehrenamtlich für Menschen, die sich in der letzten Lebensphase befinden, engagieren. Die Erfüllung des Wunsches, noch einmal an den Lieblingsort zu reisen, wird durch Spenden ermöglicht. Das unterstützen wir wirklich gerne“, betont KMG-Sprecher Franz Christian Meier.
 

>> Hier finden Sie weitere Informationen zum Wünschewagen

Wünschewagen: So können Sie helfen

Bislang sind bereits 14 391 Euro auf dem Spendenkonto in MV eingegangen. Dafür schon einmal herzlichen Dank! Helfen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, letzte Wünsche zu erfüllen und unterstützen Sie gemeinsam mit uns den Wünschewagen.

ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

ASB-LV Brandenburg e.V.
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Wunschanmeldungen:
www.wuenschewagen-mv.de
www.asb-lv-bbg.de/wuenschewagen

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung als Spender genannt werden möchten.

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