Spendenaktion Wünschewagen : Dem Ende entgegenlächeln

Britta Schermer ist seit dem Start des Wünschewagen-Projektes mit an Bord.
Britta Schermer ist seit dem Start des Wünschewagen-Projektes mit an Bord.

Die Ehrenamtlerin Britta Schermer bereitet bei der Wünschewagen-Aktion sterbenden Menschen letzte Freuden

svz.de von
03. Dezember 2018, 11:45 Uhr

Ein letzter Strandspaziergang, ein besonderes Konzert oder einfach nur der Weg nach Hause – die letzten Wünsche, die Britta Schermer erfüllt, sind breit gefächert. Die 49-Jährige engagiert sich ehrenamtlich beim „Wünschewagen“ vom ASB. „So einen letzten Wunsch erfüllt zu bekommen, das ist notwendig, um Abschied nehmen und gut aus dem Leben gehen zu können“, sagt die Ehrenamtlerin.

Seit Beginn an Bord

Seit dem Start der Aktion im Mai 2017 ist Britta Schermer mit an Bord. Drei Touren hat sie in ihrer Freizeit bereits gefahren, jede emotional, jede anders. „Meine erste Tour – es war gleichzeitig auch die erste des Wagens – ist mir noch immer glasklar präsent.“ Damals ging es mit einem Ehepaar ans Meer nach Warnemünde. „Die Jugend der beiden hat sich viel am Strand abgespielt“, berichtet die Schwerinerin. Beide waren geistig schon beeinträchtigt, sie wollten aber unbedingt noch einmal zusammen dem Wellenrauschen lauschen. „Es sind keine großen unerfüllten Lebensträume, die da gewünscht werden. Es sind die Dinge, die zum Ende hin eben unfassbar wichtig sind.“ Das Recht glücklich aus dem Leben zu scheiden habe jeder und das solle auch jeder dürfen, so die Ehrenamtlerin.

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Die Fahrten erden die Ehrenamtlerin

Deshalb engagiert sie sich auch beim Wünschewagen, obgleich sie in ihrem Beruf als Einrichtungsleiterin einer Seniorenwohnanlage täglich mit hochemotionalen Situationen zu tun hat. „Ich habe mir den Beruf Pflegerin und Krankenschwester noch zu einer Zeit ausgesucht, als es noch ein Wunsch war, anderen zu helfen. Heute hört man ja nur noch ,Lücken füllen’. Und dennoch: Ohne Ehrenamtler blieben eine gute Pflege und ein schön ausklingendes Lebensende auf der Strecke“, sagt Britta Schermer.

Die Fahrten erden sie, sagt die Ehrenamtlerin. „Da überlege ich mir dann, über was für unwichtige Kleinigkeiten ich mich manchmal aufrege.“ Der größte Lohn aber ist die unendliche Dankbarkeit der Wünschenden. „Ich bekomme viel mehr zurück, als ich gebe.“ Dennoch muss ein Ausgleich sein: In ihrer Freizeit geht die „Schwerinerin aus Leidenschaft“ gerne bowlen oder nutzt die kulturellen Angebote der Stadt. „Mehr lesen zu können wäre schön“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Dazu habe sie aber keine Zeit, die Termine für die Wünschenden jedoch bringe sie in ihrem Kalender gerne unter.

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So können Sie helfen

Spendenkonto:
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BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

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