Spendenaktion Wünschewagen : Ein Auto mit Sternenhimmel

Die Fahrt im Wünschewagen wird für Schwerstkranke so angenehm wie möglich gestaltet.

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27. November 2018, 11:50 Uhr

Er war schon im finnischen Turku, im englischen Southampton und in Paris: Der Wünschewagen des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Mecklenburg-Vorpommern hat schon so manche Strecke zurückgelegt, um Schwerstkranken einen letzten sehnlichen Wunsch zu erfüllen. Rund 42 000 Kilometer stehen auf dem Tacho des Transporters, der seit dem Frühjahr 2017 im Einsatz ist.

Allein vier Tage war der Wagen unterwegs, um einen Finnen, der im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern schwer erkrankt war, wieder nach Hause zu bringen. „Der Mann wollte gern in seiner vertrauten Umgebung in Turku Abschied nehmen“, erinnert sich Bettina Hartwig, Leiterin des Wünschewagen-Projektes. Die meisten Fahrten gehen allerdings gar nicht so weit. Oft ist die Ostsee das Ziel – noch einmal das Meer sehen.

Spezielle Ausstattung sichert medizinische Versorgung

Für alle Wünschenden gilt: Der Transport soll so angenehm wie möglich ablaufen. Dafür wurde der Wagen auch mit Hilfe von Spenden speziell ausgestattet. Für die Anschaffung und Ausrüstung gab es im vergangenen Jahr zwar ein Darlehen des ASB-Bundesverbands – es muss allerdings zur Hälfte zurückgezahlt werden.

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„Der Transporter ist so eingerichtet, dass die medizinische Erstversorgung gewährleistet werden kann“, erklärt Bettina Hartwig. Trotzdem unterscheidet er sich deutlich von einem normalen Krankenwagen. Medizinisches Equipment wie Atemhilfe, Absauger oder Verbandsmaterial ist hinter Abdeckungen versteckt. „Wir haben uns überlegt, wie man den Stauraum am besten nutzen kann, damit es möglichst annehmlich aussieht“, so die Projektleiterin.

Weiterlesen: Wünschewagen: Ausgefallene und nicht realisierbare Wünsche

Patienten sollen sich Wohl fühlen

Wichtig ist, dass die Wünschenden im Liegen transportiert werden können. Von der Liege aus können sie aus einem großen Panoramafenster oder auf den Sternenhimmel an der Decke blicken. Die Begleitsitze lassen sich zur Liege drehen, damit mitfahrende Angehörige ihren Lieben ganz nah sein können. Der Transporter ist außerdem mit einem DVD-Player ausgestattet, den vor allem Kinder nutzen. Für sie gibt es auch extra Bettwäsche mit den Comic-Figuren Minions. Medikamenten-Kühlfach, Notfallkoffer, Rollboard zum Umlagern – an alle Eventualitäten wurde gedacht. Zudem ist das komplette Fahrzeug luftgefedert.

Das wissen auch Ehrenamtliche wie Enrico Hinnah zu schätzen, der schon viele Fahrten mitgemacht hat. Der 46-Jährige ist Leiter der Rettungswache Laage im ASB Ortsverband Güstrow. Er saß auch am Steuer, als die „Aktion Kindertraum“ einem 19-jährigen Stralsunder ermöglichen wollte, einmal New York zu sehen. Was noch fehlte, war ein begleiteter Transport zum Schiff, denn ein Flug kam wegen der schweren Erkrankung des Jungen nicht infrage. Hinfahrt ab Hamburg, Rückfahrt ab Southampton – das übernahm das Wünschewagen-Team. „Diese Fahrt war auch für uns etwas Besonderes“, sagt Enrico Hinnah, der glücklich ist, dass er dem jungen Mann dabei helfen konnte, seinen Traum zu erfüllen. Für diese und alle anderen Fahrten habe er stets die volle Unterstützung seines Arbeitgebers, betont er. Als Ehrenamtlicher könne er so auch ein Dankeschön an den ASB zurückgeben.

Weiterlesen: Leseraktion Wünschewagen: So können Sie helfen

Kontodaten
ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Spenden für die Prignitz:
ASB-LV Brandenburg e.V.
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihre Adresse und Ihren Namen in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung nicht als Spender genannt werden möchten.

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