Serie “Die schönsten Radtouren“ : Rundtour am tiefsten Klarwassersee

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Auf 45 Kilometern führt unser achter Tipp der schönsten Fahrradstrecken in MV durch das Biosphärenreservat Schaalsee

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24. Juli 2014, 12:00 Uhr

Viel Natur gibt es in den Lebensräumen der Schaalseelandschaft mit ihren Ufern, Sümpfen und Seen, Mooren und Erlenwäldern, aber auch Trockenrasen und Grünländern zu entdecken. Im ehemaligen Grenzbereich zwischen West- und Ostdeutschland konnte sich die Natur einige Jahrzehnte relativ störungsfrei entwickeln und ist nach der Wende 1989/90 zu großen Teilen unter Schutz gestellt worden: auf mecklenburg-vorpommerscher Seite zunächst als Naturpark und ab 2000 als Biosphärenreservat Schaalsee.

Der 24 Quadratkilometer große Schaalsee ist mit 72 Metern Tiefe der tiefste Klarwassersee Norddeutschlands. 28 Fischarten kommen in ihm vor, von denen die Kleine und die Große Maräne die bekanntesten sind; Letztere ist zum Wappentier der Stadt Zarrentin geworden – ein guter Startpunkt der 45 Kilometer langen Schaalsee-Tour.

Im Zarrentiner Pahlhuus lassen sich erste Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt des UNESCO-Biosphärenreservats, die Entstehung der eiszeitlichen Landschaft, aber auch über kulturelle und touristische Besonderheiten besorgen. Für die Umrundung des Schaalsees verlassen wir das Örtchen Richtung Lassahn und kommen schon in den Naturgenuss pur: Auf den Feldern lassen sich der ein oder andere Kranich beobachten.

In Lassahn erreichen wir die St.-Abundus-Kirche, deren älteste Teile mit Feldsteinen wohl 1190 bis 1250 erbaut wurden. Neben der Kirche geht ein kleiner, steiler Hohlweg zu einer idyllischen Badestelle zum Schaalsee hinunter.

Nach dem kurzen Trip geht die Tour direkt am See entlang weiter zum Nordufer des Dutzower Sees – mit seiner Badestelle der nördlichste Punkt unserer Schaalseeumrundung. Von der ehemaligen Grenzburg und dem 1863 errichteten Herrenhaus Dutzow ist nicht mehr viel übrig geblieben. Letzteres wurde 1974, zu DDR-Zeiten, wegen der Nähe zur innerdeutschen Grenze abgerissen. Wir haben heute keinerlei Probleme, am Nordufer entlang die ehemals undurchlässige Barriere zwischen Ost und West als heutige Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu überqueren.

Weiter gehts, wir halten uns links Richtung Kittlitz. In Dargow nutzen wir zunächst den Aussichtsturm für einen Ausblick auf den Schaalsee und die umliegende Landschaft.

Wir fahren nun weiter nach Seedorf. Nach links können wir einen Abstecher in den historischen Ortskern machen und unter anderem die St.-Clemens-St.-Katharinen-Kirche, das ehemalige Herrenhaus des Gutes Seedorf und die Dorfschmiede von 1850 bestaunen oder die Wandermöglichkeit um den Küchensee und über den Seedorfer Werder nutzen. Auf der Fahrt mit Blick auf den Priestersee und den Großzecher Küchensee passieren wir eine 1000-jährige ­Eiche, halten uns in einem kleinen Waldstück links und erreichen nach Überqueren der Straßenkreuzung den Ort Klein Zecher.

An der Kreuzung im Dorf geht es für uns geradeaus weiter auf dem Zarrentiner Weg, der uns auf leider bisweilen holprigem Kopfsteinpflaster durch den Wald nach Zarrentin zurückführt. Statt den Ort zu passieren, fahren wir via Hauptstraße direkt Richtung Kirche und Kloster hinein. Das 1246 gegründete Zisterzienser-Nonnenkloster wurde 2003 bis 2006 umfangreich und detailgetreu saniert, beherbergt heute die städtische Bibliothek und Teile der Amtsverwaltung. Die Zarrentiner Kirche mit den eindrucksvollen alten Linden davor wird 1194 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Die romanischen Feldstein-Fundamente wurden in das spätere gotische Bauwerk einbezogen.

Auch eine Bootsfahrt oder ein Besuch des Strandbads sind hier möglich, bevor man über den seenahen Weg entlang das Pahlhuus wieder erreicht.

Nächsten Donnerstag stellen wir Ihnen in unserer Serie vor: Die Barlachstadt Güstrow und die umgebende Seen- und Hügellandschaft.

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