Serie “Die schönsten Radtouren“ : Radelnd auf den Spuren Barlachs

Wiesen und Felder beim Sumpfsee südwestlich von Güstrow.
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Wiesen und Felder beim Sumpfsee südwestlich von Güstrow.

Güstrow und die umgebende Seen- und Hügellandschaft stellen wir Ihnen in dem neunten Teil unserer Rad-Serie vor.

svz.de von
31. Juli 2014, 12:00 Uhr

Die Stadt Güstrow ist mit etwa 30 000 Einwohnern eine der größeren Städte Mecklenburg-Vorpommerns. Die etwa 35 Kilometer lange Tour startet am nördlich der Altstadt gelegenen Bahnhof.

Von hier aus geht es als erstes über die Nebel einen Zufluss der Warnow, zur Gertrudenkapelle. Hier wurde 1953 eine Gedenkstätte für Ernst Barlach (1870–1938), einen der bedeutendsten Künstler der Moderne, errichtet. In der Kapelle und auf dem umgebenden parkähnlichen Gelände ist eine Vielzahl seiner Skulpturen ausgestellt. Von 1910 bis 1938 lebte der Bildhauer, Schriftsteller und Grafiker in Güstrow.

In der gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt befinden sich außerdem eine Vielzahl sehenswerter Gebäude. Direkt am Marktplatz steht die Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert. Aus derselben Zeit stammt das am südlichen Rand der Altstadt im Stil der Renaissance errichtete Güstrower Schloss, wo sich auch die Touristinformation befindet. Die Räume des Schlosses beherbergen heute eine Außenstelle des Staatlichen Museums Schwerin. Sehenswert sind außerdem der Güstrower Dom und die Heilig-Geist-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, in der sich heute das Norddeutsche Krippenmuseum befindet.

Weiter führt die Tour entlang der Plauer Chaussee. Nach dem Mühlbach durchquert man eine Kleingartensiedlung und anschließend eine eine malerische Birkenallee bis man das nördliche Ende des Inselsees erreicht. An der Abzweigung führt die Strecke nach rechts dem Schild Richtung Barlachweg folgend. Wer hier links fährt, kann einen Abstecher zum Natur- und Umweltpark Güstrow machen, wo man unter anderem eine große Anzahl in Freigehegen lebender Raubtiere, wie zum Beispiel Bären und Wölfe, erleben kann.

Ansonsten wird die Strecke entlang des Sees vortgesetzt. Schon bald erreicht man das Ernst-Barlach-Atelierhaus, das sich auf der linken Seite des Weges befindet. Neben dem Gebäude, das dem Künstler auch als Werkstatt und Wohnung diente, wurde 1998 das Ausstellungsforum der Stiftung in unmittelbarer Nähe errichtet. In beiden Gebäuden können umfangreiche Ausstellungen von Barlachs Werken besichtigt werden.
Der Sandweg entlang des Sees geht bald in einen geteerten Radweg über, auf den man den Ort Mühl Rosin erreicht. Weiter geht es über Kirch Rosin. Wer sich an dem kleinen Kreisel rechts hält, gelangt auf einen unbefestigten Waldweg. Nach kurzer Fahrt geht dieser über in den gut ausgebauten Radfernweg von Berlin nach Kopenhagen, der durch leicht hügeliges Waldgebiet führt. Verlässt man nach einigen Kilometern den Wald, erreicht man den idyllisch gelegenen Ort Bellin. Die sehenswerte spätromanische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert steht auf einer Erhebung oberhalb des Ortes. Sehenswert sind hier vor allem die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Hinter Bellin steht rechts auf freiem Feld ein Wasserturm von 1912, der stark an einen altertümlichen Wehrturm erinnert.

Nun führt die Tour über Groß Breese und Ganschow durch eine leicht hügelige Landschaft, wo sich schöne Ausblicke auf die umgebenden Wiesen und Felder bieten. Nach einer Weile erreicht man den eine Landstraße, an der sich zwei Optionen bieten, wie man nach Güstrow zurückradelt. Wer nicht geländegängig unterwegs ist, der sollte an der Landstraße auf dem Radweg nach links entlangfahren und auf der Dorfstraße den Ort Bülow durchqueren. An der Hauptstraße gelangt man nach rechts fahrend über den Radweg direkt auf die Schweriner Chaussee, die in die Altstadt von Güstrow führt.

Die landschaftlich deutlich reizvollere Variante führt durch die Wiesen und Felder unweit des Sumpfsees. Hier sind die Wege allerdings unbefestigt und in einigen Passagen sehr sandig. Wer nicht davor zurückschreckt, sein Fahrrad an besonders sandigen Stellen zu schieben, der fährt an der Landstraße nach rechts auf den straßenbegleitenden Radweg. Hier erreicht man nach einigen Minuten einen Aussichtsturm, der einen schönen Ausblick auf die Niederung und den Sumpfsee bietet. Von den Hügeln aus hat man einen grandiosen Blick über den Sumpfsee bis zu dem in der Ferne gelegenen Güstrow. Stets dem Weg folgend können Radler ein kleines Wäldchen passieren und erreichen schließlich eine Kleingartensiedlung und die ersten Häuser der Stadt. Von hier aus gelangt man direkt auf die Schweriner Chaussee. Nach kurzer Fahrt kommt man wieder an den Stadtgraben und die Grenze der Altstadt. Wer noch ein bisschen die Stadt erkunden möchte, fährt hier geradeaus. Über den bereits bekannten Weg nach links gelangt man wieder zum Bahnhof.

In unser nächsten Ausgabe geht es an die Ostseeküste bei Boltenhagen.

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