Serie “Die schönsten Radtouren“ : Radeln im Zeichen der Bäderkultur

Strandkörbe, so weit das Auge reicht. Im Sommer ist der Strand von Kühlungsborn gut besucht.
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Strandkörbe, so weit das Auge reicht. Im Sommer ist der Strand von Kühlungsborn gut besucht.

In dem sechsten Teil unserer Rad-Serie der schönsten Fahrradtouren in MV führt die Strecke von Bad Doberan nach Kühlungsborn

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03. Juli 2014, 07:34 Uhr

Die heutige Tour (30 Kilometer) steht im Zeichen der Bad- und Bäderkultur. Beginnend in Bad Doberan, der Sommerresidenz mecklenburgischer Großherzöge, führt die Strecke als erstes zur „Weißen Stadt am Meer“ – Heiligendamm.

Los geht es vom Vorplatz des Bahnhofs Bad Doberan, entlang der Schienen der Bäderbahn „Molli“. Da ein Großteil der Tour parallel zu den Schienen verläuft, besteht immer die Möglichkeit, sich ein Stück mitnehmen zu lassen. Die Bäderbahn wurde 1886 eröffnet und verbindet seit mehr als 120 Jahren die Orte Bad Doberan, Heiligendamm und Kühlungsborn.

Als nächstes führt die Tour zum Kamp. Großherzog Friedrich Franz I. ließ Anfang des 19. Jahrhunderts diesen Park im englischen Stil herrichten. Sehenswert sind der Pavillon im Zentrum des Parks. Die Zeit des Großherzogs Friedrich Franz I. markiert eine wichtige Epoche für Bad Doberan und Heiligendamm.

Etwas weiter liegt die ehemalige Klosteranlage von Bad Doberan. Hier gründeten Zisterziensermönche 1186 ein Kloster, das in den folgenden Jahrhunderten zu einem der bedeutendsten in ganz Mecklenburg werden sollte. Die Anlage ist von einer fast vollständigen, 1,4 Kilometer langen und mehr als 700 Jahre alten Ringmauer umgeben. Nirgendwo sonst ist eine Backstein-Klostermauer in solcher Länge so erhalten.

Durch das Recht, Handwerker innerhalb des Klosters anzusiedeln, wurde die Anlage rasch zum kulturellen und wirtschaftlichen Dreh- und Angelpunkt Mecklenburgs. Zeuge dieses Reichtums und Einflusses ist noch heute das Bad Doberaner Münster, welches das Zentrum der Anlage bildet.

Rund um die Kirche des Klosters lädt ein ausgedehnter englischer Garten mit Bachläufen, Teichen und über 200 Jahre alten Baumgruppen zum Wandern und Verweilen ein.

Als nächstes führt die Tour durch eine der längsten Lindenalleen Deutschlands und vorbei an der ältesten Galopprennbahn auf dem europäischen Festland.

Der nächste Stopp ist Heiligendamm. 1793 gründete Friedrich Franz I. auf Bestreben seines Leibarztes nahe der Sommerresidenz Doberan dieses erste Seebad Deutschlands. Hier besteht die Möglichkeit, sich von der Bäderbahn Molli mitnehmen zu lassen. Außerdem führt von hier aus ein Weg an den Strand von Heiligendamm. Hier stehen die weißen Villen im Stil des Klassizismus, welche das Seebad berühmt gemacht haben. Daher wird Heiligendamm auch die „Weiße Stadt am Meer“ genannt.

Nach diesem Abstecher geht es weiter durch den Küstenwald, einen bizarren Buchenwald, der auch als „Gespensterwald“ bezeichnet wird. Es geht den oft stark frequentierten Ostseeküstenradweg entlang.

Mehrere Aussichtspunkte an der Steilküste bieten tolle Panoramen des Ostseestrandes. Wer in und um das Ostseebad an den Strand möchte, muss eine Kurtaxe zahlen.

In Kühlungsborn lohnt sich ein Abstecher zur Hafenpromenade mit Restaurants und Cafés. Hier lässt sich das Flair des Küstenorts genießen. Sehenswert ist außerdem der Ostsee-Grenzturm neben der Seebrücke. Der Turm ist ein Relikt der Teilung Deutschlands. Nach diesem geschichtlichen Exkurs geht es weiter zum Bahnhof Kühlungsborn Ost mit der Erlebnisgaststätte Molli’s Lo(c)kschuppen, das einem Bahnabteil nachempfunden ist.

Als nächstes führt die Strecke in den Ort Steffenshagen hinein. Sehenswert ist die Kirche des Ortes. Sie wurde im 13. Jahrhundert als eine Hallenkirche gebaut. Besonders interessant sind in die Außenwände eingearbeitete Ziegel mit stilisierten Tieren sowie Weinranken. Etwas weiter führt der Weg an der 200 Jahre alten Bockwindmühle vorbei. Wer der Strecke einige Kilometer folgt, erreicht schon bald die ersten Häuser von Bad Doberan. Von hier geht es über den bereits bekannten Weg zurück zum Bahnhof.

Nächsten Donnerstag berichten wir über die Strecke über das Sternberger Seenland.

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