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Serie: „Die schönsten Radtouren“ : Mit dem Rad durch MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

31 Kilometer am Wasser entlang führt die Strecke um den Schweriner Innensee. Wir haben zum Auftakt unserer neuen Radwander-Serie die Tour für Sie getestet.

von
erstellt am 29.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern – das sind ausgedehnte Strände, stille Seeufer, verträumte Kiefernwälder und weite Wiesen. Da wundert es nicht, dass dank der umfangreichen Angebote an Radwegen der Fahrradtourismus in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Doch natürlich schwingen sich auch die Mecklenburger selbst gerne auf den Sattel, um ihre Heimat besser kennen zu lernen. Und da hat MV einiges zu bieten. Die schönsten Routen stellen wir Ihnen in unserer neuen Serie vor. Heute: Die Seenlandschaft um den Schweriner See. Unsere Volontärinnen Marie Boywitt und Lisa Kleinpeter haben für Sie die Strecke getestet.

 

 

‚So lässt es sich leben‘, denke ich und rutsche noch etwas tiefer in den Liegestuhl. Meine Füße prickeln noch immer. Vor uns liegt der Schweriner See. Wir haben gerade unser erstes Etappenziel – das Restaurant Sternwarte am Paulsdamm – erreicht. Knapp zehn Kilometer sind wir gefahren. 20 sollen auf unserem Weg um den Schweriner Innensee noch folgen. Uns wurde die Tour empfohlen, weil sie direkt am See entlang führt und interessante Einblicke in unsere Hauptstadt bietet. Außerdem sind die Wege hier sehr gut ausgebaut. Sehr gut, denn unsere Räder sind nicht die besten. Insgesamt liegen acht Museen auf der Strecke und Restaurants und Cafés bieten viele Möglichkeiten zum Verweilen.

Für einen kurzen Moment schließe ich die Augen. Als ich sie wieder öffne, steht Kristin Pfeifer vor uns. Mit einem Lächeln reicht die Strandbar-Chefin Marie einen Eisbecher. Den essen ihre Gäste im Sommer am liebsten, verrät sie. Wir lassen das Eis auf unserer Zunge zergehen. Gerne würden wir länger die kleinen Segelboote in der Ferne beobachten, doch wir müssen wieder los.

Inzwischen ist es 12 Uhr und die Temperaturen klettern auf 27 Grad. Ich bin froh, als wir das Naturschutzgebiet Ramper Moor erreichen. Der Wald spendet uns kurzzeitig angenehmen Schatten.

In Rampe queren wir an der Ampel die Bundesstraße nach rechts Richtung Leezen. Die Tatsache, dass die Strecke an Straßen, zum Beispiel an der B104 entlangführt, ist ein kleiner Wermutstropfen. Doch der Ausblick ist schön. Von der Anhöhe des Weges über Leezen und Görslow Siedlung haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf den See und die Stadt Schwerin mit dem Schloss und dem Dom in der Ferne.

Der Weg vor uns flimmert in der Hitze. Wir haben das Gefühl weit weg irgendwo im Süden zu sein. „Pause“, bettel ich. Mein T-Shirt klebt mir am Rücken. Unter einem alten Lindenbaum machen wir Halt. Hier treffen wir auf Jürgen und Silvya Frisch aus dem Voigtland. Das Ehepaar ist ebenfalls mit dem Rad unterwegs. „Wir machen jedes Jahr große Touren. Unsere längste ging über 1400 Kilometer“, erzählt der Mann.

Auch in Mecklenburg gibt es Fernwege, insgesamt sind es acht Stück. Einige durchziehen das Land, andere tangieren nur kleine Bereiche. Zusammen sind sie 2300 Kilometer lang. Dazu kommen 5500 Kilometer Radrundtouren mit Längen zwischen 100 und 400 Kilometern.

In Görslow haben wir die Wahl. Von hier aus könnten wir am Schweriner Seeufer nach Raben Steinfeld fahren. Doch wir entscheiden uns für den Weg entlang der Hauptstraße nach Raben Steinfeldt.

Dort können wir uns im Findlingsgarten mit hübscher Schutzhütte über Plutonite, Metamorphite, Sedimentite und Vulkanite informieren, die während der Eiszeiten aus Skandinavien nach Norddeutschland transportiert worden sind. Inzwischen brennt die Sonne auf meiner Haut und ich bin froh über jeden Baum, der Schatten spendet. Doch weit ist es nicht mehr.

In Mueß biegen wir rechts ab und besuchen das Freiluftmuseum. Was kaum jemand weiß, für drei Euro Eintritt, kann man hier den ganzen Tag verbringen. „Sie können hier auch Picknicken“, empfiehlt uns Mitarbeiterin Antje Muck. Wer nichts dabei hat, kommt im Museumcafé auf seine Kosten.

Jetzt treten wir besonders beschwingt in die Pedale. Die letzte Etappe steht an. Als wir den Zippendorfer Strand erreichen, gönnen wir uns noch schnell eine Portion Pommes und kühlen unsere Füße im Wasser. Dann geht es am Schweriner Zoo vorbei in Richtung Schlossgarten.

Und plötzlich sind wir wieder mitten im städtischen Gewusel. Bis zum Bahnhof müssen wir nur noch ein paar Mal in die Pedale treten. Unser Ausflug in die Sonne ist vorbei. „Jetzt erstmal duschen“, ächze ich. Marie stimmt mir nickend zu. „Das sollten wir bald wieder machen“, meint sie. Meine Muskeln und meine Haut brennen. Doch ich bin glücklich.

 

Mehr über die schönsten Radtouren in MV erfahren Sie nächsten Donnerstag.

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