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Tornado in Bützow : Ideeller Schaden ist unermesslich

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Wiederaufbau mit einem ersten Betrag über 210 000 Euro

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2015 | 16:00 Uhr

„Man muss schlucken, wenn man hier die Schäden sieht“, sagte Dr. Wolfgang Illert, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gestern, als er auf dem kleinen Turm der Bützower  Stiftskirche stand. Der Blick über die Dächer offenbart auch zweieinhalb Wochen nach dem Tornado, dass noch viel zu tun bleibt.

Illert verschaffte sich gestern einen Überblick über die  Notlage und suchte einige besonders gefährdete Bauwerke auf. Und schon der erste Weg – über die Baugerüste auf das Rathausdach  – machte eines deutlich: Nicht alles, was von unten intakt aussieht, ist tatsächlich heil geblieben. Die drei Stümpfe, wo einst Türme das Dach verzierten, demonstrieren auch ohne Erklärung eindrücklich, was hier für Kräfte am Werk waren.

Auch die anderen Türme wurden durch den Sturm schwer beschädigt, erklärte  Architekt Hartmut Böhnke. Überall ziehen sich Risse durch das Bauwerk.

Im Dachstuhl der Stiftskirche zeugen unzählige Ziegelscherben vom Sturm. Dieser wurde in vier Jahren aufwändig saniert – zum Glück. „Es ist nichts wesentliches im Dachstuhl geschehen“, erklärte Pastor Karl-Martin Schabow. Wie die Kirche den Tornado ohne Sanierung überstanden hätte, wollte er sich nicht ausmalen. „Der ideelle Schaden ist unermesslich“, so Schabow weiter. Nach vielen Jahren des Sanierens sei einem nun alles wieder vor die Füße gefallen, bedauerte er.

 Das verbogene Metallstück der Turmlanze zeigte zudem, dass auch hier eine Menge Glück im Spiel war. Am Knick ist ein dicker Riss zu sehen. „Das hätte jederzeit runterkommen können“, erklärt Hartmut Böhnke.

Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz (DSD) hatte nach dem Sturm ein Sonderkonto eingerichtet.   Vorstand Wolfgang Illert  übergab gestern einen ersten Betrag in Höhe von 210 000 Euro an Bürgermeister Christian Grüschow. Der Betrag soll genutzt werden, um denkmalgeschützte Gebäude wiederherzustellen.

„Bützow besticht durch viele kleine Gebäude, die denkmalgeschützt sind“, erklärte Pastor Schabow. Sie sollten deshalb als Einheit mit der Kirche und dem Rathaus gesehen werden, wenn es um die Wiederherstellung geht.

Für Eigentümer denkmalgeschützter Häuser besteht tatsächlich die Möglichkeit, von diesen Spendengeldern zu profitieren.  Hausbesitzer, die nicht die nötige finanzielle Liquidität für Fördergelder haben, können   auf Unterstützung durch die DSD hoffen. „Da wollen wir kämpfen, einen möglichst großen Effekt zu erzielen“, so Illert.  Vorrang haben dabei  vor allem Maßnahmen zur stabilen Notsicherung vor den Herbststürmen.

Alles zum Thema Tornado in Bützow unter: www.svz.de/tornado

 

 

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