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Interaktive Karte : Radwegenetz MV mit großen Löchern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktion des medienhaus:nord und des BUND: 110 schlechte Radwege bislang auf interaktiver Karte markiert

Die Radwegesituation in Mecklenburg-Vorpommern ist mehr als mangelhaft. Das zeigt die große Resonanz bei unserer Aktion „Leser testen Radwege“. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben wir unsere Leser aufgefordert, in einer Online-Karte die Orte zu markieren, an denen es mit dem Fahrrad besonders holpert. Mehr als 110 Problem-Radwege wurden bisher eingetragen.

„Noch bis September wollen wir die miesen Radwege sammeln“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND. „Dann werten wir die Eintragungen aus und wenden uns an unsere neue Landesregierung und an die Kommunen, um Verbesserung anzumahnen.“ Das Problem: In Mecklenburg-Vorpommern werde nicht genug getan für den Radwegeausbau. Geld gebe es jedoch genug. „Von den geplanten fast 50 Millionen Euro für straßenbegleitende Radwege sind zwischen 2007 und 2014 nur 25,4 Millionen verwendet worden“, kritisiert Cwielag. „Wir brauchen weiter die Zivilcourage der Fahrradfahrer. Wir wollen Fahrrad fahren.“

Erst Anfang des Monats sammelten sich an der Bushaltestelle in Kritzow bei Lübz zahlreiche Radler bei einer Fahrraddemo für den Bau eines Radweges an der Bundesstraße 103. Seit nunmehr 20 Jahren wünschen sich die Anwohner eine sichere Verbindung nach Güstrow – bisher vergebens.

Ähnlich ist die Situation zwischen Perlin und Renzow bei Gadebusch. An der einspurigen asphaltierten Trasse mit Sandstreifen gibt es keinen Radweg. „Ist uns die Sicherheit unserer Kinder so wenig wert? Immer heißt es, es ist zu wenig Geld da. Aber für einen neuen Sitzungssaal und den Ausbau von Ämtern ist genug da“, kritisiert Anwohnerin Antje Madaus. Bereits 2013 hat es eine Unterschriftenaktion der Einwohner gegeben, die dann der damaligen Landrätin Birgit Hesse (SPD) übergeben wurde. In der Antwort von damals sei auf den Radweg gar nicht eingegangen worden und für eine Erneuerung sei die Straße damals noch zu gut gewesen.

Bis auf kleine Verbesserungen gebe es keine guten Neuigkeiten zu berichten, sagt auch Martin Elshoff vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). So sei aktuell beim Radfernwanderweg Kopenhagen-Berlin eine Treppe bei Alt Schwerin entfernt worden. Dort mussten die Touristen ihr Rad samt Gepäck tragen. Zu Jahresbeginn war MV auf der Hitliste der Radfahrländer von Platz drei auf sieben abgewertet worden.

Im vergangenen Jahr waren laut Verkehrsministerium 45 Prozent der Bundes- und 27 Prozent der Landesstraßen mit einem begleitenden Weg für Radfahrer ausgestattet. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein sind es 80 Prozent aller überörtlichen Straßen.

Wie viele Wege tatsächlich fehlen, zeigt unsere Leseraktion. Ein Nutzer schreibt beispielsweise: „Es fehlt unbedingt eine Streckenverbindung zwischen Zarrentin und Testorf in das Bundesland Schleswig-Holstein. Wir in dieser Gegend sehen immer noch die innerdeutsche Grenze ganz deutlich vor uns.“ Norbert Hinz moniert: „Der Radweg von Ludwigslust Richtung Boizenburg endet in Kummer. Ab Kummer bis Boizenburg befindet sich entlang der B5 kein Radweg mehr. Das Radfahren ist auf dieser Strecke auf der B5 lebensgefährlich.“ Doch auch der Zustand bestehender Wege wird kritisiert. So teilt ein Nutzer mit: „Die ersten 2,0 km von Wittenburg in Richtung Püttelkow, der Radweg ist durch Baumwurzel sehr stark beschädigt. Es wird jedes Jahr schlimmer, leider gibt es keine zuständige Behörde, die an einer Sanierung Interesse hat.“

Wo gibt es Probleme?

 

>> Hier geht es zur Webseite des BUND

>> Alles rund um die Radwege in MV lesen Sie in unserem Dossier
 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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