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Jahrhundertflut

24. September 2017 | 08:57 Uhr

Hochwasser geht langsam zurück

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 07:04 Uhr

Der Wasserstand der Elbe im Norden Brandenburgs geht langsam, aber stetig zurück. Den Opfern der Flutkatastrophe wollen Bund und Länder nun mit bis zu acht Milliarden Euro helfen.

Entwarnung gaben die Behörden in Brandenburg noch nicht. In der Prignitz lag der Wasserstand der Elbe mit 7,27 Meter (17.00) in Wittenberge am Donnerstag knapp unter dem Höchststand des Hochwassers von 2002 (7,34). Das Wasser drückt nach Angaben des Krisenstabes vom Innenministerium nach wie vor massiv auf die Deiche.

Im Süden hat sich die Situation aber deutlich entspannt. Auch im Havelland scheint die kritische Phase beendet: Nach dem Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt Anfang der Woche fließt kaum noch Wasser in Richtung Havelland.

Zur Hilfe für die Flutopfer wird wie bei der Jahrhundertflut 2002 ein nationaler Fonds eingerichtet,

den Bund und Länder zu gleichen Teilen finanzieren. "Damit ist uns heute wirklich ein großer Schritt gelungen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag in Berlin. Der Bund müsse dafür neue Schulden machen. Ausgelotet wird, dass sich Bund und Länder mit einer Anleihe gemeinsam Geld zur Bewältigung der Flutschäden beschaffen. Bis 5. Juli soll das Gesetz beschlossene Sache sein.

Der Bund hat mit den ersten Ländern auch Weichen für eine rasche Auszahlung von Fluthilfen gestellt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) unterzeichnete am Donnerstag in Berlin entsprechende Fluthilfeabkommen mit Sachsen, Thüringen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Mit anderen Ländern wie etwa Brandenburg und Bayern wird noch verhandelt. "Der Bund hat die Verhandlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen", sagte ein Sprecher des brandenburgischen Finanzministeriums dazu.

Die Europaminister der Länder sprachen sich am Donnerstag bei ihrer Tagung in Potsdam dafür aus, EU-Fördermittel künftig auch für Hochwasseropfer einzusetzen. Gelder aus den Strukturfonds und dem Fonds für den ländlichen Raum sollten in der verbliebenen Förderperiode bis Ende 2013 flexibel dafür verwendet werden können, teilte Minister Ralf Christoffers (Linke), Vorsitzende der Europaministerkonferenz, mit. Nach Angaben des Bauernverbandes stehen bislang etwa 35 000 Hektar Land in Brandenburg unter Wasser oder sind von der Flut betroffen.

In Sachsen-Anhalt helfen unterdessen Polizisten aus Brandenburg in dem überfluteten Elbortenim Landkreis Stendal, wie Sprecher Wolfgang Brandt von der Koordinierungsstelle Krisenmanagement des Innenministeriums sagte.

Seit dem frühen Morgen sank der Wasserstand an der Wehrgruppe Quitzövel laut Krisenstab so weit, dass wieder Wasser aus den aufgestauten Havelpoldern in die Elbe zurückfließen konnte. Um die Situation an der Elbe in der Prignitz zu entschärfen, waren die Wehre geöffnet und insgesamt rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die Polder geleitet worden.

Wegen des nach wie vor hohen Wasserstandes der Elbe in Wittenberge ist aus Sicht der Behörden höchste Aufmerksamkeit gefordert. Knapp 1700 Einsatzkräfte und Freiwillige waren am Donnerstag laut Krisenstab noch vor Ort.

Um Schwachstellen in aufgeweichten Deichen zu entdecken, setzen Geo-Experten aus Hannover vom Hubschrauber aus eine Wärmebildkamera ein. Nach einem Testflug im Raum Magdeburg sollte der Hubschrauber am Donnerstag an der Elbe zwischen Lenzen (Prignitz) und dem niedersächsischen Gorleben zum Einsatz kommen, wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mitteilte.


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