Studie : Worüber wir uns 2016 geärgert haben

<p>Wer wütend ist, sollte seinem Ärger Luft machen - allerdings gilt es, dabei die Fassung zu wahren und nicht völlig auszuflippen.  </p>

Wer wütend ist, sollte seinem Ärger Luft machen - allerdings gilt es, dabei die Fassung zu wahren und nicht völlig auszuflippen. 

Lange Wartezeiten und unfreundliche Sachbearbeiter stehen an erster Stelle für alltägliche Aufreger

svz.de von
30. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Hektik und Schnelllebigkeit bestimmen den Alltag. Gerade in den letzten Tagen des Jahres ist die Zeit besonders knapp. Im Büro ist mehr zu erledigen als sonst, weil viele jetzt Urlaub haben, das eine oder andere Weihnachtsgeschenk ist umzutauschen, und Freunde und Familie sollen auch nicht zu kurz kommen. Da will keiner auch nur eine Minute verschwenden. Warten zu müssen scheint ein universelles Ärgernis zu sein, unabhängig von Alter und Geschlecht, das geht aus einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Advocard hervor. An erster Stelle der Ärgernisse liegen demnach unnötige Wartezeiten. Ignorante Sachbearbeiter sind das Feindbild Nr. 1 in Deutschland und junge Menschen regt langsames Internet besonders auf. Bis zu dreimal in der Woche regen sich 65 Prozent der Deutschen auf, 83 Prozent halten sich aber gleichzeitig für ziemlich gelassen.

Auch unfreundliches Personal in Bus oder Bahn bringen die Deutschen auf die Palme. „Unfreundlichkeit empfinden wir als persönliche Kränkung. Wir ärgern uns, weil man uns respektlos behandelt“, erklärt Psychologin Dr. Eva Wlodarek. Auch wer im Straßenverkehr unterwegs ist, bleibt deshalb selten ruhig: Rund 40 Prozent der Deutschen sind von anderen Verkehrsteilnehmern genervt.

In erster Linie regen sich die Deutschen über ihnen unbekannte Personen auf – den Sachbearbeiter, andere Verkehrsteilnehmer oder die Servicekraft. „Fremden unterstellen wir unbewusst negative Absichten oder Ignoranz und sind deshalb weniger tolerant. Menschen, die uns nahestehen, haben einen Sympathie-Bonus“, weiß Wlodarek.


Zu viel Ärger macht offen für Streit
 

Wer sich aufregt, will seinem Ärger Luft machen. „Dabei fallen dann oft spontan Worte, die die Situation eskalieren lassen und die man später vielleicht bereut. Von daher ist es wichtig, bewusst Gegenstrategien anzuwenden, damit der Ärger im Alltag nicht zum Streit ausartet. Mein persönlicher Tipp: Lenken Sie sich bewusst ab. Man kann sich nämlich nicht gleichzeitig ärgern und auf etwas anderes konzentrieren“, rät die Psychologin. 54,3 Prozent der Deutschen hilft es zudem, erst einmal tief durchzuatmen. Aber auch Spazierengehen, mit Freunden und Familie reden sowie Sport und Schokolade zählen zu den Top-Gelassenheitsstrategien. „Frust-Shoppen“ landet dagegen nur auf Platz 8.

Die gute Nachricht

Im  Nordosten  halten sich  88 Prozent der Menschen für gelassen, während  etwa 70 Prozent bis zu dreimal pro Woche aus der Haut fahren. Die meisten Alltagsärgerer kommen aus Baden-Württemberg: 12,1 Prozent ärgern sich mindestens zehnmal und öfter pro Woche. Allerdings geben 57,9 Prozent aller Befragten an, dass der Frust gleich wieder verraucht.  Und  17,7 Prozent haben ihren Ärger  auch  schon mal an der falschen Stelle abgeladen.

 

51, 5 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nennen schlechte Internetverbindung an Platz 2 der häufigsten Ärgernisse.

16,4 Prozent der Deutschen liegen im Clinch mit ihren Nachbarn.

Jeder Zweite empfindet einen ignoranten Beamten bzw. Sachbearbeiter als nervendes Ärgernis.

Etwa jeder vierte Mann ärgert sich über seine Kollegen.

Auch die Unfreundlichkeit des Personals im Supermarkt, Restaurant oder in der Bahn bereitet viel Ärger für 41,5 Prozent.

38,7 Prozent der Deutschen sind von anderen Verkehrsteilnehmern genervt.

16 Prozent lassen sich vom eigenen Partner aus der Ruhe bringen.

In 20,9 Prozent der Familien hängt der Haussegen schief.

25,8 Prozent ärgern sich über sich selbst.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen